Der Eingang zur Kunststation Villa Moser ist nur noch ein Fragment. Foto: Lg/Piechowski, Schaal

Das Schicksal von „Sanctuarium“ soll sich nicht wiederholen: Hans-Dieter Schaal will an der Wiederherstellung seiner Iga-Arbeit „Kunststation Villa Moser“ mitwirken.

Stuttgart - Am Pragsattel haben Mitarbeiter des Gartenamts vor einigen Wochen das Kunstwerk „Sanctuarium“ von Herman de Vries abgeholzt und damit zerstört. Die „Kunststation Villa Moser“ von Hans-Dieter Schaal wenige hundert Meter weiter bei der Löwentorkreuzung dagegen wird seit Jahren vernachlässigt. Der Künstler will bei der Wiederherstellung dieser Arbeit gerne mitwirken.

Herr Schaal, kennen Sie den Zustand der „Kunststation Villa Moser“, die Sie zur Internationalen Gartenausstellung Iga 1993 Stuttgart bei der Löwentorkreuzung geschaffen haben?
Eine persönliche Begegnung vermeide ich, da schaue ich nicht vorbei. Vom derzeitigen Zustand habe ich eh schon seit längerem viel Schlimmes gehört.
Die Stadt Stuttgart will noch in diesem Jahr eine Bestandsaufnahme auf diesem Gelände machen, um zu sehen, was zu machen ist, um den früheren Zustand wiederherzustellen.
Das hört sich ja schon mal gut an, an der Wiederherstellung meiner Arbeit bin ich sehr interessiert. Denn solche Entwicklungen wie jetzt in Stuttgart sind für uns Künstler, die so etwas konzipiert und realisiert haben, immer ein Drama. Vergleichbares ist mir vertraut aus Freiburg. Dort ­habe ich für die Landesgartenschau 1986 den Betzenhauser Torplatz als Eingangsbereich geschaffen. Diese Holzkonstruktion wurde danach auch jahrelang vernachlässigt, bis sie morsch, brüchig und verfärbt war. Ich habe mich irgendwann dann mal dafür ausgesprochen, dass dieses Tor abgerissen werden soll. Aber für uns als schaffende Künstler ist so etwas immer furchtbar. So ziemlich jeder Künstler, der in Parks oder Gärten arbeitet, wird auch generell mit dem Thema Vandalismus konfrontiert. Deshalb plädiere ich prinzipiell für geeignete Schutzmaßnahmen für unsere Kunstwerke, aber das kommt meist nicht gut an.
Was schlagen Sie denn als Schutzmaßnahmen vor?
Wenn es um Arbeiten mit viel Holz geht wie hier in Stuttgart oder das Betzen­hauser Tor, muss dieses Material regelmäßig gepflegt werden. Aber so was kommt bei den Gartenämtern meist nicht gut an. Man müsste also beispielsweise überlegen, ob man nicht andere Materialien verwendet.
Haben Sie eigentlich ein Mitspracherecht, wenn es um Erneuerung, wenn es um mögliche Änderungen geht?
Als Schöpfer dieser Arbeit habe ich natürlich ein Autorenrecht. An der „Kunst­station Villa Moser“ kann also nicht einfach etwas geändert werden, ohne mit mir Rücksprache zu halten. Aber was die Details betrifft, da müsste man mal zusammenkommen. Dazu wäre ich gerne bereit. Aber da ist noch niemand auf mich zugekommen. Obwohl es immer wieder Leute gibt, die sich für den Erhalt dieser Arbeit einsetzen. Und ich habe immer noch Kontakt zu dem Stuttgarter Architekturbüro Luz, das für die gesamte Landschaftsplanung der Iga damals zuständig war.
Klingt so, als seien Sie mit Stuttgart gut vertraut.
Ja, ich bin immer noch ein großer Freund der Berger Sprudler, die der mittlerweile verstorbene Hans Luz geschaffen hat. Einige Jahre habe ich auch nicht weit davon entfernt gelebt in der Ostendstraße. Im ­botanischen Garten der Uni Hohenheim haben wir auf dem Aussichtshügel den Rundtempel, den Monopteros, geschaffen.
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