Der Tatort in Schönaich am Ostermontag – die Polizei arbeitet nun Spur um Spur ab. Foto: SDMG

Die Kripo kommt bei ihren Ermittlungen um die Schüsse vor der Texas-Kneipe in Schönaich am Ostermontag langsam voran.

Stuttgart - Nach den Schüssen am Ostermontag in Schönaich (Kreis Böblingen) haben Polizei und Staatsanwaltschaft am Freitag nähere Angaben zum möglichen Motiv gemacht: Demzufolge soll „möglicherweise ein ehrverletzendes Verhalten“ des 33-jährigen Opfers die Auseinandersetzung im Lokal und anschließend auf offener Straße ausgelöst haben. Mehrere Angreifer sollen dabei auf ihn losgegangen sein – der Mann wurde in der Böblinger Straße von vier Schüssen getroffen und schwer verletzt. Von der Tatwaffe fehlt bisher jede Spur. Die Ermittlungen im albanischen und kosovarischen Umfeld des 33-Jährigen dauern an. Zwei Beteiligte des Streits, 29 und 36 Jahre alte Brüder, sind nach ihrer Vernehmung wieder auf freien Fuß gesetzt worden.

Das Opfer hat sich inzwischen in sozialen Netzwerken mit einem Foto zurückgemeldet, das ihn im Krankenbett zeigt. Der 33-Jährige, der einen albanischen Doppelkopfadler auf die Brust tätowiert hat, zeigt dabei seinen ausgestreckten Mittelfinger. An Freunde und Widersacher ist ein Gedicht in albanischer Sprache gerichtet – die Botschaft dürfte verstanden werden. Dass der 33-Jährige, der nicht nur in Schönaich Lokale betreiben soll und sich vor wenigen Wochen als Prokurist eines neuen Böblinger Bauunternehmens ins Handelsregister eintragen ließ, selbst bereits einschlägig polizeibekannt sein soll, mochte Staatsanwaltssprecher Heiner Römhild nicht kommentieren. Dem Vernehmen nach soll es in der Vergangenheit auch um Waffendelikte gegangen sein. Der Betroffene posierte in der Vergangenheit jedenfalls stolz mit Schusswaffen in einem Waffengeschäft in der Heimat.

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