Wie in der Weststadt könnte der Grüne Pfeil auch in anderen Teilen Ludwigsburg Sinn machen. Foto: factum/Granville

Wer das letzte potenzielle Risiko ausschließen und sich an die Buchstaben der Vorschriften klammern will, darf keinen Grünen Pfeil anbringen. Doch das wäre falsch – kommentiert unser Autor Rafael Binkowski.

Ludwigsburg - Mit Vorschriften und Verordnungen ist das so eine Sache: Man kann sich an jeden Buchstaben und Paragrafen klammern, oder einfach pragmatisch entscheiden. Der Grüne Pfeil hängt bundesweit an mehr als 5000 Ampeln, auch in Großstädten wie Hamburg oder Stuttgart. Dort ist sicher nicht weniger los als auf den Verkehrsachsen der Barockstadt. Natürlich ergibt der Grüne Pfeil nicht an jeder Ampel Sinn. Er kann dort entlasten, wo Rechtsabbieger unnötig lange an einer Ampel warten müssen, weil der Verkehr nicht in alle Richtungen gleichmäßig stark fließt. Solche Stellen lassen sich in Ludwigsburg mit Sicherheit viele finden.

Wer kein Risiko will, darf nicht ins Auto steigen

Wer auch noch das letzte potenzielle Risiko ausschließen will, der darf keinen Grünen Pfeil anbringen. Dann sollte man sich am besten aber auch nicht ins Auto setzen oder als Fußgänger eine Ampel überqueren. Dass die Fachabteilung im Rathaus die Rechtslage formal korrekt darlegt, ist ihre Aufgabe und nicht zu beanstanden. Die politische Führungsebene muss aber entscheiden, wie das Risiko abgewogen wird.

Hoffentlich bringt der Druck der Ludwigsburger Stadträte etwas – und zwar mehr als vier Grüne Pfeile.

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