Quell ungeahnter Spielsachen für Erwachsene: der Baumarkt Foto: dpa

Was, wenn man sich für die Premiere zum Fesselstreifen „Fifty Shades of Grey“ mit Sexspielzeug eindecken will und Frau Uhse und Co. ausverkauft sind? SM-, Pardon StN-Kolumnist Tom Hörner weiß Rat.

Stuttgart - Noch ist die in jedem Fall fesselnde Sadomaso-Romanze „Fifty Shades of Grey“ nicht im Kino angelaufen. Aber schon jetzt melden ­amerikanische Sex-Spielzeug-Händler Land unter: Handschellen, Vibratoren, Augenbinden, Peitschen – alles alle. Um mit den Hauptdarstellern Schritt halten zu können, plündern viele Amerikaner in ihrer Not Werkzeugkisten, Verbandskästen, Kofferräume und ent­heben den Wagenheber seiner eigentlichen Funktion. Dagegen ist nichts einzuwenden, sofern es einem nicht peinlich ist, sich bei der nächsten Reifenpanne eingestehen zu müssen, dass das gute Stück samt Radkreuz im Hobbykeller oder im Schlafzimmer liegt.

Weil auch hierzulande mit Versorgungsengpässen zu rechnen ist, wollen wir der potenziellen Kundschaft mit praktischen Tipps auf die Sprünge helfen. Sollten bei Frau Uhse und Co. die Regale leer sein, was liegt da näher, als einen Baumarkt aufzusuchen, bei dem man ohne hochgestellten Mantelkragen durch den Vordereingang rein kann? Bei Licht besehen animiert der Hornbach-Slogan „Es gibt immer was zu tun“ nicht nur zu Bau- und Gartenarbeiten. Nämliches gilt für „Mach’s einfach mit OBI“.

Nur Beischlafspießer geben sich mit Gartenschläuchen, Rasensprengern und Laubbläsern zufrieden. Wer nach echter Ekstase strebt, der überwindet Schmerzgrenzen. ­Also ran an den Speck: Machen Sie sich an eine Neuverfilmung von ­„Neues vom Häcksler“.

Natürlich tut’s beim Fesselsex auch ein Kabelbinder. Wem Stil ein Anliegen ist, der wende sich besser an die nächst­liegende Polizeidienststelle und bitte unsere Freunde und Helfer um ein Paar Handschellen, die im Fachjargon übrigens Acht heißen. Am besten, Sie kommen auf dem Revier so direkt wie humorig zur Sache: „Guten Tag, mein Name ist Bondage, James Bondage.“ Hans, Günther oder Kevin klingen da eher blöd.

Sollten es Ihnen an Mitspielern ­mangeln, denken Sie dran: In den 70er ­Jahren war die Do-it-yourself-Bewegung schwer im Kommen.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: