Wenn Lurchi eingreift, bleibt kein Auge mehr trocken. Foto: Pressefoto Baumann

Der Wolf von Kallenberg versetzt das Land in Angst und Schrecken. Doch abseits aller Wolf-Kalauer in diesen Tagen: Wir haben einen echten Helden, der uns vor ihm beschützt.

Ludwigsburg - Der Korntal-Münchinger Bürgermeister Joachim Wolf ist in diesen Tagen vor keinem Kalauer sicher. Seit im Stadtteil Kallenberg ein Wolf gesichtet und per Videobeweis dokumentiert wurde, quellen die sozialen Netzwerke und die Neujahrsansprachen über vor Anspielungen: Zwei Wölfe, einer im Rathaus. Ein Scherzbold wollte sogar Kallenberg schon umbenennen in „Wolfsberg“. Dabei gibt es in „KM“ noch einen dritten Wolf: Stefan Wolf, den Wirtschaftsförderer der Stadt. Bislang übersehen von den Spöttern.

Bei so viel Aufmerksamkeit wächst die Sorge um das Tier. So mancher Jäger spannt seine Büchse. Aber auch manchem Wolfs-Namensträger droht im metaphorischen Sinn der Abschuss. Nehmen wir den VfB-Trainer Hannes Wolf. Nach dem seelenlosen Auftritt seiner Mannschaft beim FSV Mainz 05, der an das uninspirierte Gestocher des VfL Wolfs(!)burg erinnert, droht dem einsamen Leitwolf vielleicht bald schon die Entlassung. Da hilft dann auch der Videobeweis nicht mehr weiter. Und kann es Zufall sein, dass ausgerechnet dieser Tage der ehemalige CDU-Spitzenkandidat Guido Wolf am Stand der Stadt Ludwigsburg auf der Reisemesse CMT aufgetaucht ist? Der ehemalige Landrat von Tuttlingen ist bekanntlich Justizminister und als solcher – einmalig bundesweit – auch für Tourismus zuständig. Immerhin hat er ein feines Näschen fürs Marketing bewiesen, wo doch der Landkreis durch das Wildtier sogar im SWR-Fernsehen unerwartete Prominenz erhalten hat.

Welche Wölfe noch Angst haben müssen

Und auch dort ist die Analogie passend, schließlich musste sich Guido Wolf nach der krachenden Wahlniederlage der CDU 2016 nach Heckenschützen in den eigenen Reihen umschauen, ehe er sich in sein Ministerium für Rechtsverdrehung und guten Wein flüchten konnte.

Der hiesige Landrat Rainer Haas blieb von Wolfsanekdoten übrigens bislang verschont. Sein Name erinnert auch eher an Meister Lampe – man darf nur vermuten, dass allerdings sein Göppinger Landratskollege Edgar Wolff von manchem Spaßvogel in der Fasnet mit einem Rotkäppchen-Kostüm begrüßt wird. Ach ja.

Doch genug des Spotts. Brechen wir mal eine Lanze für den Wolf. Im indianischen Horoskop gilt er als empathisch und sensibel, Wolfgeborene gelten als hilfsbereit, gutgläubig und aufopferungsvoll. Das mag den leidgeprüften Wolf-Namensträgern als Aufmunterung dienen.

Lurchis Freunde fürchten den Wolf nicht

Und wer doch Angst hat vor den scharfen Fangzähnen des Wolfes von Kallenberg hat – ein ganz anderes Tier könnte uns zur Hilfe eilen. Es ist Lurchi, das Wappentier der früher in Kornwestheim produzierten Schuhe. Er ist in einem Buch des Silberburg-Verlags unter den 50 „Helden des Südwestens“ gelandet, neben Jogi Löw und Boris Becker, Maggi und Caro-Landkaffee.

Zwar ist der sympathische Feuersalamander auch akut vom Aussterben bedroht. Doch wenn er seine Freunde Hopps den Frosch, Piping den Zwerg, Mäusepiep, Igelmann und die Gelbbauchunke Unkerich zusammentrommelt, sucht der Wolf Reißaus. Denn im vorerst letzten Lurchi-Heft Nr. 158 hat die Fünferbande es sogar mit einem noch mächtigeren Gegner aufgenommen: dem Yeti. Der Videobeweis dazu steht aber noch aus.

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