Debatte um die dubiosen Geschäfte des Klinikums Stuttgart geht weiter. Foto: Lichtgut

Die Klärung des Klinikum-Skandals zumindest in finanzieller Hinsicht nimmt Gestalt hat. Die Stadt geht davon aus, dass die dubiosen Geschäfte in Fernost mit einem Verlust von 30 Millionen Euro zu Buche schlagen.

Stuttgart - Der Stuttgarter Klinikum-Skandal steht nach einem Bericht der Stuttgarter Zeitungin finanzieller Hinsicht vor der Klärung. Die Stadt beziffert den Schaden mit 21 Millionen Euro und sieht darüber hinaus noch Risiken in Höhe von acht Millionen Euro. Er soll vor allem durch die Behandlung und Betreuung libyscher Kriegsversehrter sowie durch eine Kooperation mit Kuwait entstanden sein. Es soll auch Schmiergeld geflossen sein.

Die Haftpflichtversicherung des Stuttgarter Klinikums, die Managementfehler abdeckt, hat einen Vergleichsvorschlag von lediglich fünf Millionen Euro unterbreitet. Damit könnte die Stadt selbst bei einer Verurteilung verantwortliche Mitarbeiter und Mandatsträger wegen Untreue oder Betrugs nicht mehr in Regress nehmen. Der Stuttgarter Gemeinderat hat den Eckpunkten des Vergleichs zugestimmt.

Die Abteilung für ausländische Patienten hat von 2010 bis 2017 rund 9,4 Millionen Euro Verlust mit der Behandlung ausländischer Patienten eingefahren. Berücksichtigt sind in dieser Summe jedoch Wertberichtigungen und Rückstellungen von 18 Millionen Euro für die Projekte mit Libyen und Kuwait. Bei günstigem Ausgang der Rechtsstreitigkeiten und mit dem Vergleich mit der Versicherung wäre die mittlerweile geschlossene Abteilung am Ende sogar profitabel gewesen.

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