Auch eine Vielfliegerin: 171.000 Kilometer hat Kanzlerin Angela Merkel 2018 mit dem Flugzeug zurückgelegt. Foto: dpa

Beim G20-Gipfel in Japan haben die Regierungschefs auch über Klimaschutz verhandelt. Gleichzeitig sind die politischen Vielflieger selbst verantwortlich für jede Menge CO2-Ausstoß.

Osaka - Beim G20-Gipfel im japanischen Osaka am vergangenen Wochenende haben die Staats- und Regierungschefs der wichtigsten Industrie- und Schwellenländer auch über Klimapolitik verhandelt. Doch mit ihren vielen Flugreisen zählen die G20-Politiker selbst zu den Umweltsündern. Welcher Staatschef hat mit seinen bisherigen Flugreisen die höchsten CO2-Emissionen verursacht? Die Reiseplattform fromAtoB hat die Flugstrecken der G20-Teilnehmer im vergangenen Jahr bestimmt und die damit verbundenen CO2-Emissionen der verschiedenen Flugzeugmodelle berechnet. In der Summe sind die Staatschefs 2.123.895 Kilometer geflogen und haben dabei 96.530 Tonnen CO2 freigesetzt. Im Einzelnen erbrachte die Untersuchung folgende Ergebnisse:

Platz 1: Größter Klimasünder kommt aus Japan

Die Negativ-Liste führt der japanische Premierminister Shinzō Abe an. Mit einem Jumbo-Jet von Boing hat er auf 207.000 Flugkilometern 14.500 Tonnen CO2 ausgestoßen.

Auf Platz zwei der größten Verschmutzer rangiert Donald Trump. Mit 131.000 Kilometern hat der US-Präsident zwar nur 60 Prozent der Strecke des erstplatzierten Abe zurückgelegt, kam mit 11.490 Tonnen jedoch auf 80 Prozent dessen CO2-Ausstoßes. Schuld ist die Air Force One: Unter allen analysierten Flugzeugen wies sie mit 88 Kilogramm den höchsten CO2-Ausstoß pro Kilometer auf.

Platz 8: Merkel reist viel, aber umweltfreundlich

Auf 36 Staatsreisen im Jahr 2018 legte Angela Merkel insgesamt 171.000 Kilometer zurück und belegt damit Platz drei unter den G20-Staatschefs mit den längsten Reisestrecken. Dabei produzierte die Kanzlerin 7.325 Tonnen CO2. Das beschert ihr Platz acht im Emissionen-Ranking. Pro Kilometer bedeutete das für den Airbus der CDU-Politikerin eine Umweltbelastung von durchschnittlich 42 Kilogramm CO2.

Platz 14: Niederländer am wenigsten unterwegs

Mit 1.080 Tonnen wiesen die Niederländer die zweitbeste CO2-Reisebilanz vor. Mark Rutten ist 2018 von allen untersuchten Politikern am wenigsten geflogen: nur 61.000 Kilometer. Auch sein Emissionswert stellte mit 17 Kilogramm pro Kilometer das zweitbeste Ergebnis dar.

Platz 15: Spanier bevorzugen kleine Maschinen

Am klimafreundlichsten reisten Mariano Rajoy und Pedro Sanchéz, die 2018 beide das Amt des spanischen Ministerpräsidenten bekleideten. Obwohl die Regierungschefs 40.000 Kilometer mehr zurücklegten als Trump, verursachten sie nur 8,5 Prozent seiner CO2-Verschmutzung und belegten mit 985 Tonnen den letzten Platz des Rankings. Zwar ist die Falcon 9000 der Spanier nur geringfügig kürzer als Trumps Flugzeug. Im Verbrauch schlägt die Maschine des französischen Herstellers Dassault die Air Force One jedoch deutlich.

Untersuchungsmethode

Von der Gruppe der Zwanzig wurden nur 15 Länder ausgewertet. Australien, Mexiko, Indonesien und die Schweiz haben keine Angaben zu den Reisedaten gemacht. Der saudische Premier unternahm im untersuchten Zeitraum keine Flüge. Berücksichtigt wurden in allen Fällen nur Staatsreisen ins Ausland. Die veranschlagten CO2-Emissionen basieren auf den Durchschnittswerten für einzelne Flugzeugtypen, wie sie erhoben werden von der Internationalen Zivilluftfahrtorganisation, einer Sonderorganisation der Vereinten Nationen mit Sitz im kanadischen Montreal.

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