Beim Alpintag wird auch die richtige Ausrüstung gezeigt. Foto: Lichtgut/Julian Rettig

Der Deutsche Alpenverein hat zu einem Infotag eingeladen. Pro Jahr verzeichnet der Verein 2500 neue Mitglieder

Stuttgart - Wer Tennis spielt, der findet meistens direkt in seinem Umkreis eine Möglichkeit, seinen Sport zu betreiben und vor allem auch Gleichgesinnte. „Da haben es Bergsportler immer etwas schwieriger“, sagt Frank Böcker, Geschäftsführer der Sektion Stuttgart des Deutschen Alpenvereins (DAV). Etwa 28 000 Mitglieder hat die Stuttgarter Sektion, viele kennen sich da untereinander natürlich nicht. Deshalb veranstaltet man seit einigen Jahren den Alpintag auf der Waldau. „Wir wollen ein Forum bieten, wo sich die Mitglieder austauschen können.“ Eine der Hauptaufgabe eines Vereins sei es ja, die Mitglieder zusammen zu bringen.

Klettern als Projekt für Flüchtlinge

Im Veranstaltungszentrum Waldaupark in Degerloch erzählen Mitglieder anderen Mitgliedern, auch Neueinsteigern im Bergsport, von ihren Erfahrungen, von speziellen Touren. „Das sind alles keine Profis, da ist kein Alpin-Star dabei“, sagt Böcker.

So stellt sich dort zum Beispiel die „soziale Klettergruppe“ vor. Franziska Jahn und Claudia Reschke haben diese vor einiger Zeit gegründet, um vor allem Flüchtlingen den Klettersport nahe zu bringen. „Inzwischen ist es ein integratives Projekt“, sagt Jahn. Jeder dürfe mitmachen, immer mittwochs ab 18 Uhr in der DAV-Kletterhalle auf der Waldau. Jugendliche mit sozialschwachem Hintergrund müssen nichts bezahlen. Tarik Ammar aus Syrien ist von Anfang an in der Gruppe dabei. Er sei jetzt schon selbst Kletterbetreuer geworden, erzählt er.

Doch auch fortgeschrittene Bergsportler können sich auf der kleinen Messe in-spirieren lassen, die von ihren Touren auf Kreta, den Dolomiten oder einer Besteigung des Kilimandscharos berichten oder einfach ihre Naturfotografien zeigen.

Im Gegensatz zu vielen anderen Sportvereinen kann der DAV übrigens nicht über Nachwuchsmangel oder schwindende Mitgliederzahlen klagen. Jährlich kommen etwa 2500 neue Mitglieder dazu. Klettern und Bergsteigen ist vor allem bei Jüngeren zwischen 20 und 40 ein Riesentrend geworden. Daher habe man in den letzten zehn Jahren sukzessive die Kletterhallen aufgebaut, damit die Mitglieder auch vor Ort trainieren können. „Die meisten sind natürlich trotzdem draußen am Felsen unterwegs“, sagt Böcker.

Im Kletterzentrum auf der Waldau bietet der DAV auch ganzjährig zahlreiche Kletterkurse für jedes Level an – auch für Kinder und Jugendliche.

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