In Stuttgart gehören noch gut die Hälfte der Einwohner einer der beiden großen Kirchen an Foto: dpa-Zentralbild

Als Hauptgrund für die Austrittswelle sehen die Kirchen das neue Verfahren beim Einzug der Kirchensteuer auf Kapitalerträge.

Stuttgart - Immer mehr Protestanten und Katholiken im Südwesten treten aus der Kirche aus. So verließen von Januar bis September 2014 rund 16 400 Protestanten die Evangelische Landeskirche in Württemberg. Im Vergleichszeitraum 2013 gab es 9574 Austritte, im gesamten Jahr 14 700.

Für die Diözese Rottenburg-Stuttgart liegen noch keine genauen Zahlen vor. „Es gab 2014 mehr Austritte aus der Katholischen Kirche als 2013“, sagte Sprecher Uwe Renz. Er habe aber „den Eindruck, dass sich die Situation wieder etwas beruhigt hat“. Als Hauptgrund für die Austrittswelle sehen die Kirchen das neue Verfahren beim Einzug der Kirchensteuer auf Kapitalerträge. Wegen missverständlicher Mitteilungen von Banken sei bei Sparern der Eindruck entstanden, es handle sich um eine neue Steuer, sagte der Sprecher der evangelischen Landeskirche, Oliver Hoesch. In Stuttgart gehören noch gut die Hälfte der Einwohner einer der beiden großen Kirchen an. 2014 sank hier die Gesamtzahl der Katholiken um 1600, die der Protestanten um über 3000.

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