Die Kinderstiftung Esslingen-Nürtingen hat bereits 1500 Einzelfälle bei der Erfüllung von kleinen und großen Wünschen unterstützt. Foto: dpa

Die Kinderstiftung Esslingen-Nürtingen unterstützt Familien, die sich kaum etwas leisten können. Und davon gibt es auch im Kreis Esslingen viele: Allein in diesem Jahr wurden bereits 240 Anträge gestellt.

Esslingen - Die Kinderstiftung Esslingen-Nürtingen unterstützt seit dem Jahr 2012 Kinder in Familien, bei denen das Geld knapp ist. Und die Zahlen machen betroffen: Allein im laufenden Jahr wurden bereits 240 Anträge gestellt und knapp 12 000 Euro an Einzelfallhilfen ausbezahlt. Durchschnittlich erhält die Kinderstiftung derzeit zehn Anträge pro Woche. Erfahrungsgemäß steigt diese Zahl nach den Sommerferien noch einmal an, weil dann die neuen Kurse in Sportvereinen und Musikschulen beginnen.

„Auch im reichen Baden-Württemberg ist jedes fünfte Kind arm“, erklärt die Kuratoriumsvorsitzende der Kinderstiftung Esslingen-Nürtingen und Regionalleiterin der Caritas Fils-Neckar-Alb, Lisa Kappes-Sassano. „Man mag es manchmal nicht glauben“, ergänzt das Kuratoriumsmitglied und die Nürtinger Bürgermeisterin Annette Bürkner.

Unterstützung für Urlaub oder Hobbys

Es sind Fälle wie jener des zwölfjährigen Jona. Der Junge lebt mit seiner alleinerziehenden Mutter zusammen. Gemeinsam im Urlaub waren sie noch nie. Über eine Familiensprechstunde kamen die beiden zur Kinderstiftung, die sie nun unterstützt. Jetzt fahren sie zehn Tage auf einen Bauernhof. In anderen Fällen geht es um den Besuch einer Tanzschule oder den Kauf eines Musikinstruments.

Inzwischen ist das Stiftungskapital von 50 000 Euro durch 23 Zustiftungen auf 122 650 Euro angewachsen. Hinzu kommen regelmäßige Spenden. In den Jahren seit der Gründung sind laut Zahlen der Stiftung knapp 90 500 Euro an Hilfsgeldern in 1500 Einzelfällen ausgeschüttet worden. „Aus einem zarten Pflänzchen ist eine beachtliche Institution geworden“, findet das Kuratoriumsmitglied und Vorstand der Kreissparkasse Esslingen-Nürtingen, Frank Dierolf. Einerseits sei es gut, dass immer mehr Menschen die Hilfe der Stiftung annähmen. Andererseits weise die Notwendigkeit der Hilfe auch darauf hin, dass das Geld in manchen Familien hinten und vorne nicht reiche. „Wir sehen es mit einem lachenden und einem weinenden Auge“, beschreibt Dierolf die Entwicklung der Kinderstiftung.

Beratungsangebote für Eltern

Unterstützt werden kann, wer nicht mehr als den Hartz-IV-Satz plus 25 Prozent zur Verfügung hat. Oft sind es Alleinerziehende, Menschen ohne Arbeit oder Geringverdiener, die auf die Kinderstiftung zukommen. „Es gibt immer mehr Menschen, die trotz eines Jobs nicht genug Geld haben“, erklärt Olivia Longin. Sie ist die Geschäftsführerin der Kinderstiftung Esslingen-Nürtingen.

Neben der direkten finanziellen Unterstützung in Einzelfällen bietet die Kinderstiftung auch eine Beratung an. Denn bevor sie etwas bezahlt, wird mit den Antragstellern geprüft, ob es eine Möglichkeit der staatlichen Unterstützung wie beispielsweise das Bildungs- und Teilhabepaket gibt. Erst, wenn alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft wurden, springt die Kinderstiftung ein. Darüber hinaus gibt es unter dem Dach der Kinderstiftung das Projekt Chancenschenker. In diesem Projekt begleiten ehrenamtliche Paten Kinder aus einkommensschwachen Haushalten. Dann stehen Ausflüge, Nachhilfeunterricht oder auch Schwimmen auf dem Programm.

Hier geht’s zur Homepage der Kinderstiftung Esslingen-Nürtingen.

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