Der 82-jährige Reinhold Würth hat viele Touristen in New York verärgert. Foto: dpa

Mit dieser Aktion macht sich Reinhold Würth in New York keine Freunde: Er hat seine 85 Meter lange Yacht direkt vor der Freiheitsstatue geankert. Die Pressesprecherin des Milliardärs versteht die ganze Aufregung nicht.

New York - Reinhold Würth, langjähriger Geschäftsführer des Schrauben-Handelsunternehmens Würth, hat am Montag in New York den Ärger vieler Touristen auf sich gezogen. Er war mit seiner 85 Meter langen Yacht „Vibrant Curiosity“ direkt vor der Freiheitsstatue vor Anker gegangen. Dadurch war die Sicht auf das berühmte Wahrzeichen Amerikas stark eingeschränkt.

„Das ist so eine typische reiche Person“

„Ich bin total wütend, dass der mein Foto ruiniert hat“, sagte eine 25-jährige Deutsche der New York Post. „Das ist so eine typische reiche Person – der sind andere einfach völlig egal“, so die Touristin weiter. Die New York Post selbst veröffentlichte über den Eklat einen Text mit dem Titel „Schon wieder blockiert ein Millionärs-Blödmann die Lady Liberty mit seiner Megajacht“.

Schon das dritte Mal in zwei Monaten ist die Sicht versperrt

Schon wieder, denn der 82-jährige Milliardär aus Hohenlohe ist nicht der erste, der die Wut der New Yorker mit dem ungeschickten Zurschaustellen seines Luxusbootes auf sich zieht. In den letzten zwei Monaten sei dies schon der dritte Fall dieser Art, schreibt die New York Post. Im April lag das Boot des amerikanisch-russischen Ölmilliardärs Eugene Shvidler für mehrere Wochen am gleichen Platz. Nachdem Shvidler wieder wegschipperte, kam im Juli der italienisch-schweizerische Unternehmer Ernesto Bertarelli mit seiner 97 Meter langen Superjacht „Vava II“ und blockierte wieder die Sicht. Und jetzt auch noch Reinhold Würth.

Versperrte Sicht für die Touristen

Laut der Küstenwache in New York sei das Anlegen an dieser Stelle zwar legal, es sei aber trotzdem eine „Trottel-Aktion“, zitiert die New York Post. Außerdem spart man an dieser Stelle offensichtlich Anlegegebühren, was den Platz natürlich noch attraktiver macht.

„Diese Jungs sollten genug Menschenverstand und Höflichkeit besitzen, ihre Boote dort abzustellen, wo sie nicht Tausende täglich daran hindern, die Freiheitsstaue zu sehen“, sagte der Präsident der Waterfront Alliance der Zeitung.

„Wir verstehen die Aufregung nicht“

Die Pressesprecherin der Würth GmbH, Janina Lossen, äußerte sich auf Anfrage unserer Zeitung weniger aufgeregt: „Die Yacht ist lange weg und Herr Würth wieder zu Hause.“ Wo er mit seiner Yacht ankere, sei allein seine Privatsache. „Wir verstehen den ganzen Trubel um das Thema nicht recht“, sagte Lossen. Reinhold Würth selbst wolle keine Stellung nehmen.

Würth gehört zu den zehn reichsten Deutschen

150 Millionen Dollar ist die Würth-Jacht wert. Der „Schraubenkönig“ Reinhold Würth wird laut einer Studie von 2016 zu den Top Ten der reichsten Deutschen gezählt. Sein aktuelles Vermögen wird auf rund neun Milliarden Euro geschätzt.

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