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Mario Gomez kehrt nach Stuttgart zurück - zumindest für ein Spiel. Über seinen Gegner sagt der Bayern-Stürmer: "Ich hoffe, dass der VfB so schnell wie möglich da unten rauskommt."

Stuttgart - Mario Gomez kehrt nach Stuttgart zurück - zumindest für ein Spiel. Heute (15.30 Uhr/Sky live) gastiert der Stürmer mit dem FC Bayern München bei seinem Ex-Verein, der ihm noch sehr am Herzen liegt: "Ich hoffe, dass der VfB so schnell wie möglich da unten rauskommt.

Der Südgipfel im Live-Ticker

"Herr Gomez, Ihr Trainer Louis van Gaal überlegt offenbar, Sie im Duell beim VfB von Beginn an stürmen zu lassen, weil es für Sie ein ganz spezielles Spiel ist.

Ich will das nicht als Grund haben. Ich möchte spielen, weil der Trainer von mir überzeugt ist, und nicht, weil es gegen meinen alten Verein geht.

Aber es wäre schon besonders hart für Sie, in Stuttgart wieder zuschauen zu müssen?

Auf der Bank ist es immer hart, auch wenn die meisten Clubs inzwischen dort Recaro-Sportsitze hinstellen.

Auch der VfB steckt in der Krise. Fühlen Sie mit Ihren früheren Kollegen?

Nicht im Spiel. In diesen 90 Minuten gibt es keine Freunde. Ansonsten hoffe ich für den VfB, dass er so schnell wie möglich da unten rauskommt.

Die Roten versuchen es weiter mit Teamchef Markus Babbel.

Und das ist auch richtig so. Es gibt für den VfB keinen besseren Trainer als Markus Babbel, der Verein sieht es ja offensichtlich genauso. Der VfB weiß genau, was er an ihm hat. Sonst wäre er jetzt nicht mehr Trainer in Stuttgart.

Welchen Anteil an den Problemen des VfB haben Sie?

Gar keinen, wieso?

Seit Ihrem Abschied fehlt ein Stürmer, der Tore schießt.

Das sehe ich anders. Der VfB ist doch gut in die Saison gestartet, hat dann halt irgendwann die Ergebnisse nicht mehr gemacht. Doch ist derzeit auch viel Pech dabei, allein in der letzten Viertelstunde im Pokalspiel in Fürth gab es Chancen für fünf, sechs Spiele.

Aber kein Tor.

Ich kenne das aus eigener Erfahrung: Wenn es beim VfB mal nicht läuft, dann wird es immer schwierig. Doch wenn alle weiter füreinander laufen und kämpfen, wird der VfB die Wende schaffen - ganz sicher.

Und wie geht's bei Ihnen in München weiter?

Da müssen Sie den Trainer fragen.

Sie sprechen doch mit ihm sicher hin und wieder mal über den Stammplatz, den Sie gerne zurückhaben würden.

Das ist nicht nötig. Ich bin kein Spieler, dem man tausendmal sagen muss, wie toll er ist. Und ich weiß auch, dass nicht mehr zählt, was früher war.

Sondern das, was Louis van Gaal meint.

Genau. Er ist der Chef, der entscheidet. Sonst niemand. Und ich versuche ihn täglich im Training davon zu überzeugen, dass ich in die Mannschaft gehöre.

Die Konkurrenz ist dummerweise recht groß.

Das ist der Unterschied zu früher: Beim VfB war ich gesetzt, bei Bayern gibt es vier, fünf Weltklassestürmer. Da ist egal, ob man der teuerste Transfer aller Zeiten ist oder nicht. Aber ich sehe jeden Tag: Ich muss mich hinter meinen Konkurrenten nicht verstecken.

Was lief bisher schief?

Weiß ich nicht. Ich habe zu Beginn gespielt und Tore geschossen, war mit meiner Leistung zufrieden. Der Trainer leider nicht.

Viele Beobachter haben das Gefühl, sie kämen mit Louis van Gaal nicht zurecht.

Gefühle können trügen. Ich jedenfalls fühle mich in der Lage, mich bei Bayern durchzusetzen. Klar war ich nach der Entscheidung des Trainers, mich aus dem Team zu nehmen, ein bis zwei Wochen richtig down. Da habe ich mir selbst viele Fragen gestellt. Warum? Weshalb? Das ist vorbei. Jetzt trage ich eine Trotzreaktion in mir. Und sollte der Trainer wieder auf mich setzen, dann werde ich bereit sein.

Fürchten Sie eigentlich, die WM 2010 in Südafrika zu verpassen?

Da denke ich jetzt überhaupt nicht dran. Wichtig ist, mir meinen Stammplatz bei den Bayern zurückzuholen. Wenn ich wieder spiele, kommt alles andere von alleine.

Eine Rückkehr nach Stuttgart würde vieleserleichtern.

Klar, der einzige Sinn meines Wechsels nach München war, dass ich nach einem halben Jahr wieder in Stuttgart bin (lächelt).

Gibt es Dinge, die Sie in München vermissen?

Nein, auch hier sind gute Spätzle und Maultaschen zu bekommenj. Klar freue ich mich immer, wenn ich alte Freunde treffe. Aber ich bin aus voller Überzeugung nach München gegangen. Deshalb gibt es nichts, dem ich nachtrauern würde.

Wie werden Sie die VfB-Fans in der Mercedes-Benz-Arena empfangen?

Keine Ahnung. Manche werden pfeifen, da ich zu den Bayern gegangen bin. Aber ich denke, dass die Mehrheit der VfB-Fans weiß, was ich für den Verein geleistet habe.

Und wenn es doch ein Pfeifkonzert gibt?

Dann muss mich das kalt lassen.

Der Südgipfel im Live-Ticker

Werden Sie jubeln, falls Sie ein Tor schießen?

Mein Respekt gegenüber dem VfB verbietet das.

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