Ethan Couch muss erneut ins Gefängnis, weil er gegen seine Auflagen verstoßen hat. Er wurde bekannt als „Wohlstandskranker“. Foto: imago/ZUMA Press/Bob Booth

Betrunken und mit einem dicken Geländewagen fuhr Ethan Couch 2013 in eine Gruppe Menschen und tötete vier von ihnen. Wegen seiner „Wohlstandskrankheit“ bekam er nur eine Bewährungsstrafe – zum Ärger vieler. Jetzt sitzt er aber wirklich hinter Gittern.

Atlanta - Der junge Texaner Ethan Couch, der in einem Prozess um eine tödliche Alkoholfahrt erfolgreich auf „Wohlstandskrankheit“ plädierte, sitzt wieder hinter Gittern. Er sei am Donnerstag wegen Verletzung seiner Bewährungsauflagen festgenommen worden, teilten die Behörden mit. Gerichtsakten zufolge war zuvor Couch positiv auf eine psychoaktive Substanz in Marihuana getestet worden. Couch sitzt nun daher in einem Gefängnis in Fort Worth.

Der heute 22-Jährige war von einem Jugendgericht zunächst zu zehn Jahren auf Bewährung verurteilt worden, weil er im Sommer 2013 in Texas volltrunken mit einem schweren Geländewagen in eine Gruppe Menschen gerast war und dabei vier Personen getötet hatte.

Teenager floh nach Mexiko

Der Fall erregte auch deshalb Aufsehen, weil ihn die Verteidigung im Prozess als „Wohlstandskranken“ darstellte, der von seinen Eltern verwöhnt und unmündig gemacht worden sei. Dafür prägte ein Experte den Begriff „affluenza“, eine englische Wortmischung aus affluent (reich) und influenza (Grippe). Das vermeintliche Leiden wird vom amerikanischen Psychiaterverband jedoch nicht als medizinische Diagnose anerkannt. Das Gericht folgte der Darstellung dennoch und verhängte eine Bewährungsstrafe, was in der Öffentlichkeit für Spott und Empörung sorgte.

2015 verstieß Couch indes gegen Bewährungsauflagen - es tauchten Handy-Videos von offenkundigen Trinkgelagen auf, und Alkohol hatte das Gericht verboten. Der Teenager floh daraufhin mit seiner Mutter nach Mexiko, wurde dort aber später aufgegriffen und in die USA abgeschoben. Später wurde Couch dann zu fast zwei Jahren Haft verurteilt.

Im April 2018 kam er frei. Doch ordnete das Gericht an, dass er sich für sechs weitere Jahre seiner Bewährungsstrafe an Auflagen halten müsse. Dazu gehört, dass der junge Mann ein Ortungsgerät tragen, eine Ausgangssperre ab 21:00 Uhr beachten und sich regelmäßig einem Drogentest unterziehen muss.

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