Clara Strähle-Hottenrott stellt den Jugendlichen Fragen zur Wahl. Foto: KS-Images.de

Auch im Jugendhaus ist es am Donnerstag um die Bürgermeisterwahl gegangen.

Erdmannhausen - Im Jugendhaus Calypso kann man nach Schule oder Ausbildung abschalten, Freunde treffen und eine gute Zeit haben. Und sich, wenn es passt, auch informieren. Zum Beispiel über die anstehende Bürgermeisterwahl. Denn mit dem Kreuz auf dem Wahlzettel wird auch über die Zukunft der jungen Leute im Ort in den nächsten acht Jahren entschieden.

„Politik und Pizza“ lautete deshalb das Angebot am Donnerstag. „Die Offenheit soll aber trotzdem beibehalten werden“, betonte die Leiterin Clara Strähle-Hottenrott. Heißt: Wer keine Lust auf Politik hatte, konnte sich auch bloß die Pizza schmecken lassen und ansonsten das tun, wonach ihm oder ihr gerade der Kopf stand.

Dennoch zeigten sich die Kinder und Jugendlichen erstaunlich gut informiert. Was daran liegt, dass an der großen Schiebetür schon seit einer Woche große Papierbögen an der Wand hängen, auf denen alle Kandidaten mit Bild vorgestellt werden und erklärt wird, wie so eine Wahl abläuft und wer wählen darf.

Vor allem jedoch konnten die jungen Leute darauf Fragen und Wünsche für den künftigen Bürgermeister notieren. Am häufigsten wurde dabei die Busanbindung genannt. So wurde gefragt, ob es eine Busverbindung von Erdmannhausen nach Rielingshausen oder Steinheim geben könne. Auch ein Regionalzug zwischen Stuttgart und Backnang und darüber hinaus in Richtung Murrhardt stand auf der Liste. Andere Wünsche waren eine Supermarktkette im Ort, ein Fastfood-Restaurant, neue Tore für den Sportplatz oder zumindest neue Netze und „eine Freiheitsstatue für Erdmannhausen“. Als wichtig wurde auch eine Schülernachhilfe für alle im Ort erachtet, ein Parkverbot in Affalterbacher und Bahnhofstraße und „dass nicht mehr viel gebaut wird, es soll ein Dorf bleiben.“

Auch im persönlichen Gespräch mit den Jugendlichen wurde immer wieder die Busanbindung genannt, sei es zur Schule oder zur Arbeit. Auch die ständigen Verspätungen wurden moniert.

Von den Anwesenden waren nur zwei im wahlfähigen Alter von 16 Jahren. Einer davon will wählen gehen, sagte aber, er kenne die Ziele der Kandidaten noch nicht; der Zweite interessierte sich nicht für die Wahl.

Beim Pizzaessen gab es dann noch ein kleines Quiz: „Wie viele Kandidaten sind es?“ „Wie viele Frauen haben sich beworben?, Wann ist die Wahl?, lauteten einige der Fragen, die viele richtig beantworteten. Als Lohn lockte etwas zum Naschen. Und wer dann noch mehr wissen wollte, konnte in die benachbarte Halle auf der Schray zur Kandidatenvorstellung gehen. „Wir gehen mit, damit die sich auch trauen, Fragen zu stellen“, sagte Strähle-Hottenrott. Der Erfolg gab ihr recht.

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