Die Hunde müssen schnell reagieren, dürfen die Schafe aber nicht hetzen – das gibt Punktabzug. Foto: Tatjana Eberhardt

In Plattenhardt legen Border Collies die sogenannte Hütehundearbeitsprüfung ab. Wir haben uns angeschaut, was Hund und Halter dabei leisten müssen.

Plattenhardt - Damit Schafe sich nicht in der Gegend verstreuen, sind sie zur Stelle: Hütehunde. Wie ihr Name bereits sagt, hüten die Vierbeiner die ihnen anvertraute Herde – das bedeutet, sie halten sie zusammen. Eine Arbeitsprüfung für Hütehunde mit dem Titel „Fildertrial“ für die Hunderasse Border Collie, ausgerichtet vom Arbeitsgemeinschaft Border Collie Deutschland (ABCD e.V.), fand am Wochenende auf dem Gelände hinter der Sprungbude Im Weilerhau statt. „47 Starter aus ganz Deutschland nehmen teil. Es werden vier Schafe – weiß gehörnte Heidschnucken – pro Teilnehmer innerhalb von zwölf Minuten durch einen Parkour geführt. Man beginnt mit 100 Punkten und verliert für Fehler Punkte. Wer 80 Punkte erreicht, erhält einen Qualifikationspunkt für die Teilnahme an einer WM oder EM. Vier Punkte sind insgesamt nötig“, erklärte Schäfer Steffen Sprinz, der mit seinem Border Collie Roy antrat.

Zunächst galt es, die Schafe einzuholen, um diese dann „aufzunehmen“, durch ein Tor zu führen und zum Hundeführer, dem sogenannten Handler, zu bringen, der sich am Startpfosten aufhielt. „Danach treibt man sie weg vom Handler in Richtung eines Tores. Nachdem die Schafe auf gerader Linie das Tor passiert haben, muss der Hund die Schafe quertreiben zu einem zweiten Tor. Im Anschluss bringt er die kleine Herde in die Mitte eines markierten Ringes, der sich nahe des Startpfostens befindet“, erklärte Sarah Dengel, die mit ihrem dreijährigen Border Collie-Rüden Pan an der Prüfung teilnahm. „Wir sind heute nur zum Üben hier, da wir bereits eine Qualifikation für die Meisterschaft haben“, so die Leiterin der Landwirtschaftlichen Hundeschule Bordersheep in Ingersheim. Sprinz führte fort: „Dann ist Teamarbeit angesagt: Hund sowie Handler teilen die vier Schafe in Zweierpaare auf, dann geht es in Richtung Pferch.“

Das gibt Punktabzug

Links, rechts, vor und zurück, schneller oder langsamer: Die besten Freunde des Menschen folgten den Anweisungen der Handler, die Befehle durch Rufe oder eine Pfeife von sich gaben. Ihre volle Konzentration galt der Mini-Herde, um sie mit aller Ruhe in Schach zu halten. Richter Marco Rella aus der Schweiz verfolgte ihr Tun ganz genau. Punktabzug gab es beispielsweise, wenn der Hund es nicht schaffte, dass die Schafe ein Tor passierten oder die Schafe gehetzt wurden. „Schafschonendes Arbeiten“ sei laut Sprinz besonders wichtig.

Blitzschnell galt es für die Border Collies zu reagieren, sodass sich die Schafe nicht verstreuten. Den meisten gelang es, alle Disziplinen zu meistern, andere wiederum brauchten wohl noch etwas Übung. An mehreren Stellen auf dem rund 4000 Quadratmeter Gelände standen Wasserbehälter bereit, falls die Tiere mal eine Abkühlung oder etwas zu trinken brauchten – der ein oder andere Border Collie legte sich komplett in eines der Becken, denn die Hitze am Samstagmorgen war bereits hoch. Nach der Prüfung durften es sich die Hunde alle an einem schattigen Plätzchen gemütlich machen und Lob von ihren Herrchen und Frauchen genießen. 20 Starter haben die Prüfung erfolgreich abgelegt. Die meisten Punkte erzielte Petra Pink aus dem Saarland mit ihrem Border Collie, Steffen Sprinz landete mit Roy auf dem vierten Platz, Sarah Dengel schied aus. Übrigens: Die Hütehundausbildung dauert in der Regel vier Jahre: „Ein Pfote pro Jahr“, heißt es in der Szene.

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