Lutz Schelhorn bei der persönlichen Widmung des an Herrn Minister Strobel adressierten Belegexemplars des Sammelbandes.Foto:Privat/Mirko Frank Foto:  

Der Rocker-Chef und Fotograf Lutz Schelhorn lädt Innenminister Thomas Strobl mit einem ihm gewidmeten Buch in sein Atelier in Stuttgart-Feuerbach ein. Dort möchte er mit ihm und anderen über die vermeintliche Kriminalisierung seinesgleichen diskutieren.

Stuttgart - Der Stuttgarter Fotograf und Hells-Angels-Chef Lutz Schelhorn lädt Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl (CDU) zu sich nach Hause ein. Anlass ist eine Buchveröffentlichung, an der der Rocker mitgewirkt hat und die er zum Anlass nehmen will, mit Strobl und anderen Sicherheitsexperten und Juristen in seinem Atelier in Stuttgart-Feuerbach zu diskutieren. Ebenfalls eingeladen sind der Präsident des Landeskriminalamts Baden-Württemberg, der Präsident des Polizeipräsidiums Stuttgart und der Präsident des Verwaltungsgerichtshofs Baden-Württemberg. „Ich würde mich freuen, wenn sie meiner Einladung folgen“, sagte Schelhorn.

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Das Buch „Der Kampf gegen die Rocker“, herausgegeben vom Verlag für Polizeiwissenschaft, setzt sich mit dem verwaltungsrechtlichen Vorgehen der Polizeibehörden gegen Rockervereine und deren Mitglieder auseinander. Lutz Schelhorn kritisiert seit jeher, dass Sicherheitsbehörden willkürlich gegen Rocker vorgingen und seinesgleichen zu Unrecht als Kriminelle stigmatisierten.

Das Gespräch solle einen persönlichen Beitrag für ein besseres Verständnis zwischen Sicherheitsbehörden und Rockervereinen, die nicht selten mit staatlicher Diskriminierung konfrontiert würden, zu leisten, schreiben die Hells Angels Stuttgart in einer Pressemitteilung. Dabei gehe es auch um den Abbau des Vorurteils, dass Rocker grundsätzlich nicht bereit seien, mit der Polizei und Repräsentanten von Sicherheitsbehörden zu sprechen.

Kutten verboten, Waffen verboten

In der jüngeren Vergangenheit mussten die Hells Angels einige Einschränkungen seitens des Gesetzgebers hinnehmen. So wurde ihnen etwa verboten, ihre Embleme wie den geflügelten Totenkopf in der Öffentlichkeit zu zeigen. Außerdem gilt für Mitglieder des Clubs ein pauschales Waffenverbot, wonach bereits das Mitführen eines Schnitzmessers für den Träger Folgen haben kann. Gegen das Waffenverbot gehen die Höllenengel gerade juristisch vor.

Ob Thomas Strobl und die anderen Empfänger der Einladung folgen, ist unklar. Reagieren konnten sie jedenfalls noch nicht. Die Frage, ob die Sammelbände samt Einladungsschreiben schon bei den Adressaten eingetroffen seien, verneinte Schelhorn am Donnerstag: „Ich bringe die Bücher jetzt auf die Post.“

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