Fritz Walter mit dem WM-Pokal am 5. Juli 1954 in Singen Foto: dpa

Der Hauptsponsor des 1. FC Kaiserslautern kauft die Erinnerungsstücke der Fußballlegende. Sie sollen ausgestellt werden.

Heildelberg/Kaiserslautern - Viele hatten sich schon Hoffnungen gemacht: Auf die goldene Weltmeister-Uhr von Fritz Walter, auf den Siegerpokal der Fußballlegende aus Kaiserslautern oder den ersten Adidas-Stollenschuh, mit dem die deutsche Elf anno 1954 in Bern beim WM-Finale aufgelaufen ist. In anderthalb Wochen sollten die wertvollen Sammlerstücke wie etwa 1000 weiteren kleinen Preziosen aus dem Nachlass Walters in Heidelberg versteigert werden. Doch nun werden die Fußball-Memorabilien nicht in privaten Fan-Vitrinen verschwinden. Die Auktion wurde abgesagt.

Riesiges Interesse an Auktion

Harald Layenberger, Unternehmer und Hauptsponsor des 1. FC Kaiserslautern will den Nachlass geschlossen übernehmen und für die Öffentlichkeit erhalten. „Das Erbe von Fritz Walter bleibt dehääm“, teilte er auf pfälzisch nach der Rettungsaktion mit. „Es wird nicht zerschlagen und in alle Welt verstreut“, versicherte der Sponsor. Das Interesse an der Versteigerung war riesig. „Einen solchen Andrang haben wir noch nie zuvor erlebt“, sagte Thomas Nörling, Mitinhaber des Heidelberger Auktionshauses Kunst und Kuriosa. Dennoch ist er nicht unglücklich über die Absage der Versteigerung, im Gegenteil: „Wir sind froh, dass der Nachlass beieinander und für die Öffentlichkeit erhalten bleibt“, versicherte er. „Das war für uns das Wichtigste.“

Walters Sammlung wird auf 200 000 Euro geschätzt

Die Ankündigung der Versteigerung von Walters Nachlass Mitte Januar hatte über die Region hinaus großen Wirbel ausgelöst. Erst dadurch war der Sponsor darauf aufmerksam geworden, dass sich dessen Erben, das Ehepaar Bernd und Barbara Lutzi altershalber von der Sammlung trennen wollte. Sie hatte Walters Nachlass viele Jahre in einem kleinen Privatmuseum in dessen ehemaligen Haus von Walter in Enkenbach-Alsenborn gezeigt. Vergangene Woche hatte sich Layenberger dann an sie gewandt. Das ganze Wochenende, berichten die Beteiligten, wurden Gespräche geführt und telefoniert. Dann waren sich alle einig. Über die Summe, für die Sammlung, deren Wert ein Gutachter auf 200 000 Euro taxiert hatte, nun den Besitzer wechselt wurde Stillschweigen vereinbart.

Kritik am 1. FC Kaiserslautern

„Es wäre eine Schande gewesen, wenn im nächsten Jahr zu seinem 100. Geburtstag nichts mehr von Walters Erbe und seinem Lebenswerk zu sehen gewesen wäre“, sagte Layenberger. „Auch wir sind sehr glücklich, dass alles in einer Hand bleibt“, sagte der Sohn der Erben. Enttäuscht sei die Familie vom 1. FCK. Dem Drittligisten habe man den Nachlass drei Jahre lang vergebens angeboten. „Da wurde uns versichert, keiner der Sponsoren habe ein Interesse“, sagte er.

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