Wer in Rumänien eine Impfung bekommen will, kann diese nun auch im „Dracula-Schloss“ Bran erhalten. Foto: dpa/A2800 epa Robert Ghement

Vom Gruselschloss zum Impfzentrum – die Rumänen können seit Kurzem auf Draculas Burg Bran den Piks gegen das Coronavirus erhalten. Die Aktion stieß auf großen Andrang: Hunderte Menschen standen dort am Wochenende Schlange.

Bran - Corona-Piks vor gruseliger Kulisse: Um möglichst viele Menschen zu einer Corona-Impfung zu bewegen, lassen sich die rumänischen Behörden einiges einfallen. Auch auf dem „Dracula-Schloss“ Bran können sich Besucher das Vakzin verabreichen lassen. Am Wochenende standen deshalb hunderte Menschen vor der Burg in den Karpaten Schlange. 

Für die Impfung gibt es ein Diplom und eine Führung

„Ich bin gekommen, um das Schloss mit meiner Familie zu besichtigen, und als ich den Aushang gesehen habe, habe ich all meinen Mut zusammengenommen und mich impfen lassen“, sagte der 39-jährige Liviu Necula. Wer sich wie Necula traute, erhielt ein Zertifikat, das ihm „Kühnheit und Verantwortungsbewusstsein“ bescheinigte, sowie eine kostenlose Führung durch die Folterkammer. Die Aktion richte sich vor allem an Touristen, aber auch an Einheimische und Angestellte des Schlosses, erklärte Marketingdirektor Alexandru Priscu.

Wie es auf der Facebook-Seite des Schlosses heißt, soll die Impfaktion an den kommenden Wochenenden im Mai fortgesetzt werden. Zum Einsatz komme dort das Vakzin der Firma Biontech, für eine Impfung brauche man keinen festen Termin. Außerdem muss man laut der Facebook-Seite nicht zwingend das Schloss besichtigen, um geimpft zu werden.

Das Schloss wurde durch „Dracula“ bekannt

Schloss Bran wird gemeinhin mit dem rumänischen Fürsten Vlad Tepes in Verbindung gebracht, der auch als „Der Pfähler“ bekannt war und im 15. Jahrhundert lebte. Tatsächlich hielt er sich jedoch wohl nie auf Schloss Bran auf. Die Geschichte des Fürsten inspirierte den irischen Autor Bram Stoker zu seinem Vampir-Roman „Dracula“ von 1897.

Um die Impfkampagne voranzutreiben, haben die rumänischen Behörden auch 24-stündige Impf-Marathons in der Rumänischen  Nationalbibliothek in Bukarest organisiert. Bislang haben fast 3,6 Millionen der 19 Millionen Rumänen mindestens eine Impfdosis erhalten.

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