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Der Göppinger KFZ-Meister wirbt fürs Autoaufmotzen auf legale Art und hat auch Polizisten in seiner Kundschaft.

Göppingen – - Sein eigener getunter Audi steht häufiger in der Garage, als ihm lieb ist, denn Markus Legner (42) verbringt mehr Zeit in seiner Göppinger Tuningwerkstatt als hinterm Steuer. Der Kraftfahrzeugmeister wirbt für das Autoaufmotzen auf legale Art.
Herr Legner, ist die Polizeikritik an der Tuningszene­ geschäftsschädigend?
Nein, das sehe ich nicht so. Ich habe ja viele Verkehrspolizisten unter meiner Kundschaft, mit denen ich mich austausche. Man kann die Tuningszene nicht über einen Kamm scheren, es gibt große Unterschiede.
Welche denn?
Insgesamt ist die Szene in den letzten Jahren sehr gewachsen, vermutlich auch unter dem Einfluss der amerikanischen Kinofilmreihe „The Fast And The Furious“. Während die älteren Autofans sauberes Tuning machen, weil sie keine Lust auf Ärger mit dem Tüv oder der Polizei haben, kann es bei vielen jungen Tunern nicht laut, nicht tief und nicht breit genug zugehen. Legales Tuning ist denen zu langweilig.
Und was sagen Sie denen?
Ich sage den jungen Leuten klipp und klar, wenn sie etwas Illegales eingebaut haben, fasse ich das Fahrzeug nicht mehr an. Sonst würde ich ja meine Zulassung verlieren. Aber viel bewirken kann ich nicht, da könnte ich genauso gut mit einer Wand reden. Man traut bei manchen dieser Wagen seinen Augen nicht, wenn zum Beispiel viel zu breite Reifen an den Radkästen schleifen.
Und woher bekommt man solche Teile?
Das kann man alles im Internet bestellen. Vieles kommt aus den USA oder aus China. Die jungen Leute bauen das dann auf eigene Faust ein. Es kommen ständig Neuerungen auf den Markt, die die hiesigen Fachleute oft zunächst nicht kennen und deren Zulässigkeit sie erst prüfen müssen.
Brauchen wir strengere Gesetze?
Nein, die Gesetze sollten eher gelockert werden. Man sollte sich hüten, die Szene zu kriminalisieren, und dafür sorgen, dass die Jugendlichen den Kopf einschalten. Ich glaube, es muss mehr aufgeklärt werden. Mich stört, dass die ganze Szene an den Pranger gestellt wird, wenn Einzelne über die Stränge schlagen. Im Übrigen sollte man mehr Treffen und Ausfahrten für die Tuner anbieten, so etwas fehlt hier.
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