So freut sich ein Tabellenführer. Foto: AFP/INA FASSBENDER

Borussia Mönchengladbach überholt wieder den FC Bayern München und ist auch nach dem 9. Spieltag in der Fußball-Bundesliga Spitzenreiter. Im phasenweise rasanten Duell der Europacup-Starter wird Eintracht Frankfurt bezwungen.

Mönchengladbach - Große Party im Borussia-Park: Die Fans feierten ihren Tabellenführer mit Meistergesängen von der Nordtribüne: „Deutscher Meister wird nur der VfL“. Mit dem dritten Heimsieg in Serie hat Borussia Mönchengladbach schnell wieder den Spitzenrang in der Fußball-Bundesliga vom FC Bayern München übernommen. Drei Tage nach der kräftezehrenden Regenschlacht in der Europa League bei AS Rom (1:1) bezwangen die Gladbacher am Sonntagabend Eintracht Frankfurt mit 4:2 (2:0) und führen mit nun 19 Punkten zum dritten Mal nacheinander die Tabelle an.

„Das klingt nicht schlecht. Aber wir wissen, dass es früh in der Saison ist“, sagte Trainer Marco Rose zur Tabellenführung. „Es war eine sehr gute erste Halbzeit“, betonte der Gladbach-Coach. „Wir wollen jedes Spiel gewinnen. Und wenn wir das schaffen, sind wir vorne mit dabei“, sagte Rose bei Sky.

Schwache erste Eintracht-Halbzeit

Die zuvor vier Liga-Spiele unbesiegten Hessen verpassten den Sprung ins obere Tabellendrittel. „In der ersten Halbzeit haben wir keine Pace auf den Platz gebracht“, monierte Frankfurts Sportvorstand Fredi Bobic. „Insgesamt waren wir sehr nah dran“, meinte er. „Am Ende kriegst du noch ein, zwei Pflaumen rein.“

Vor 52.300 Zuschauern im Borussia-Park erzielten Marcus Thuram (28.), Oscar Wendt (45.+2), Nico Elvedi (75.) und Denis Zakaria (85.) die Treffer für die phasenweise brillant aufspielenden Gastgeber. Danny da Costa (59.) und Martin Hinteregger (78.) trafen für die erst nach dem Wechsel druckvolleren Frankfurter.

Wichtige Spieler fehlen

Im Duell der beiden Europa-League-Starter mussten beide Mannschaften auf einige wichtige Spieler verzichten. Bei den Gastgebern saßen die beiden genesenen Lars Stindl und Jonas Hofmann zunächst auf der Bank, es fehlten weiterhin neun Spieler. Zudem erhielten Christoph Kramer und Rami Bensebaini eine Pause, dafür kehrten Wendt und Laszlo Benes ins Team zurück.

Die Gladbacher kamen gegen einen zweikampfstarken und gut gestaffelten Gegner erst allmählich in Schwung. Die Hessen, die ohne die beiden Stürmer André Silva und Bas Dost antreten mussten, wählten mit nur einer Änderung eine defensive Variante. Gelson Fernandes rückte für Mijat Gacinovic ins Team. Der Defensivstratege bewahrte seine Elf in der 20. Minute nach der ersten guten Chance für die Borussen auch vor einem Rückstand, als er einen Kopfball von Thuram auf der Torlinie abwehrte.

Embolo muss früh raus

Mit dem bis dahin schönsten Spielzug überlisteten die Gladbacher den Abwehrriegel der Frankfurter dann doch. Nach einem Doppelpass zwischen Breel Embolo und Benes passte der Schweizer in die Mitte, wo Thuram nur noch zum 1:0 einschieben musste. Der ohnehin schon angeschlagene Embolo musste kurz darauf ausgewechselt werden, für ihn kam Stindl zu seinem dritten Einsatz nach langer Verletzungspause.

Auch dem zweiten Treffer durch Wendts Flachschuss vom Strafraumeck ging auf der rechten Angriffsseite ein Doppelpass zwischen Patrick Herrmann und Stindl voraus. Nachdem Thuram dann scheiterte, war der schwedische Linksverteidiger mit seinem ersten Bundesligatreffer seit acht Monaten zur Stelle.

Die gut aufgelegten Gastgeber machten trotz der hohen Belastung beider Mannschaften derzeit den frischeren Eindruck. Herrmann, Stindl und Benes vergaben sogar die Möglichkeiten zu einem höheren Sieg, ehe da Costa (59.) und Hinteregger (75.) zweimal der Anschlusstreffer gelang, nachdem Elvedi zwischenzeitlich das 3:1 erzielte. Zakaria beseitigte dann alle Zweifel am Borussia-Sieg.

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