Das Containergebäude wird für viele Schüler zum vorübergehenden Lernort. Foto: Horst Rudel

Die Sanierung zweier Gymnasien auf dem Campus im Ostfilderner Stadtteil Nellingen kostet 33,5 Millionen Euro und bedarf einer ausgeklügelten Logistik. Unter anderem müssen die Schüler in einem Containerbau unterrichtet werden.

Ostfildern - Auf dem Ostfilderner Campus im Stadtteil Nellingen herrscht ordentlich Betrieb. Das liegt nicht nur daran, dass dort mehrere Schulen beheimatet sind, sondern vor allem an den aufwendigen Sanierungsarbeiten in den beiden Gymnasien – im Otto-Hahn-Gymnasium (OHG) und im Heinrich-Heine-Gymnasium (HHG). Für diese Maßnahmen, die noch bis mindestens zum Sommer 2022 dauern werden, investiert der Schulverband Ostfilder 33,5 Millionen Euro, von denen die Stadt Ostfildern 60, und die beiden Kommunen Denkendorf und Neuhausen jeweils 20 Prozent der Kosten tragen.

Containergebäude kostet 1,8 Millionen Euro

Mario Litzau, der Leiter des OHG, ist optimistisch, dass die größte Belastung für den Betrieb in seiner Schule überstanden ist. Denn die habe zum Beginn des laufenden Schuljahres bewältigt werden müssen, was nicht unbedingt vorhersehbar gewesen sei. Zwar hatte die Stadt für 1,8 Millionen Euro einen dreistöckigen Container-Bau gekauft und diesen Ende der Sommerferien aufgebaut. Doch konnten die darin befindlichen zwölf Unterrichts- und vier Fachräume für das erste Halbjahr nicht genutzt werden, weil es Probleme mit der Genehmigung des Provisoriums gegeben habe. Erst nach den Weihnachtsferien hätten vor allem ältere Schüler und ihre Lehrer dort einziehen können. „Dadurch sind wir natürlich unheimlich in Druck geraten“, sagt Mario Litzau rückblickend.

Michael Striebeck, der Leiter des zuständigen städtischen Fachbereichs, berichtet, mit dem von einem italienischen Hersteller gekauften Containergebäude „haben wir Ärger gehabt“. Es habe ihn überrascht, dass der Bau von einem unabhängigen Prüfstatiker für eine Nutzung zunächst „nicht zugelassen wurde“. Bei Containern mache man sich darüber „eigentlich keinen Kopf“, so Striebeck. Nach einigen Nachbesserungen, unter anderem mit einer zusätzlichen Stahlkonstruktion, sei dann aber nach den Weihnachtsferien grünes Licht gegeben worden.

Womit nun der Fortsetzung der Generalsanierung, die seit vergangenen Sommer läuft, nichts mehr im Wege stehe. Inzwischen sei eine sogenannte Staubschutzwand in das OHG-Gebäude eingezogen worden, die den noch nutzbaren Schulbereich klar vom Baustellenbereich trenne.

Arbeiten sollen bis 2022 abgeschlossen sein

Der Schulleiter Mario Litzau ist angesichts der umfangreichen Arbeiten mit der aktuellen Situation zufrieden. Die Zeit der Belastungen und der Übergangslösungen sei mit eineinhalb Jahren „absehbar“, denn das OHG-Gebäude soll bis zum Sommer 2020 fertig sein. Lediglich die Schalldämmung in den Unterrichtsräumen im Containerbau sei noch verbesserungswürdig, erklärt der Schulleiter.

Die Arbeiten auf dem Campus sind bis zum Sommer nächsten Jahres freilich nicht abgeschlossen. Denn nach dem OHG wird dann das HHG auf Vordermann gebracht. Dessen Schüler weichen dann auf den Containerbau aus, während die Räume renoviert werden. Verlaufen die Arbeiten am HHG nach Plan, können dessen Schüler nach den Sommerferien 2022 ebenfalls in ihr dann fast neues Gebäude einziehen.

Aber auch danach hat der Containerbau wohl nicht ausgedient, denn er soll wertvolle Dienste als Übergangslösung bei der anstehenden Erweiterung und Modernisierung der Erich-Kästner-Gemeinschaftsschule leisten. Doch wie diese angegangen werden soll, ist noch nicht entschieden.

Neubau wäre teurer gewesen

Bauverlauf
Die Generalsanierung beider Gymnasien ist in vier Bauabschnitte aufgeteilt – jeweils zwei pro Schule. Kleinere Arbeiten laufen bereits sukzessive seit rund sechs Jahren.

Schulverband
Die Kosten von 33,5 Millionen trägt der Gymnasiale Schulverband Ostfilder, dem neben der Stadt Ostfildern die Gemeinden Denkendorf und Neuhausen angehören.

Sanierung
Die Entscheidung für eine Sanierung und gegen einen Neubau hat gute Gründe. Ein Neubau für 1800 Gymnasiasten hätte auf dem Campus schlicht keinen Platz gefunden. Zudem hätte dieser mit Kosten von mindestens 45 Millionen Euro zu Buche geschlagen.

Interimslösung
In den Klassenzimmern im Containergebäude finden jeweils bis zu 32 Schüler Platz. Von der Ausstattung her sind diese Räume nicht schlechter als die alten.

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