Wer vorsorgen will, muss umdenken. Die Niedrigzinspolitik vernichtet Kaufkraft Foto: dpa

Die Sparzinsen bleiben noch lange unterhalb der Inflationsrate. In den nächsten vier Jahren werden 100 Milliarden Euro an Kaufkraft vernichtet, wenn Anleger weiterhin ihre Ersparnisse auf Tagesgeldkonten lassen.

Stuttgart - Einen „massiven Handlungsbedarf“ bei deutschen Sparern sieht Anlageexperte Chris-Oliver Schickentanz von der Commerzbank. In einer aktuellen Studie warnt das Geldinstitut, dass eine wieder steigende Inflation die schleichende Enteignung der Privathaushalte verschärfen werde. Rund 80 Milliarden Euro an Kaufkraft wurden allein in Deutschland seit dem Jahr 2009 vernichtet.

Der Höhepunkt steht den Anlegern allerdings noch bevor. In den kommenden vier Jahren sieht die Bank weitere 100 Milliarden Euro bedroht. „Wer nicht bereit ist, Risiken in der Geldanlage einzugehen, kann sich dieser schleichenden Enteignung nicht entziehen“, sagt Schickentanz im Interview mit unserer Zeitung.

Gute Einstiegsgelegenheit

Über 40 Prozent des Vermögen von Privathaushalten in Deutschland liegt auf Girokonten, Tagesgeldkonten und Sparbüchern. In der Niedrigzinsphase haben private Sparer aber auch die Immobilie als Kapitalanlage wieder entdeckt. Dieser Trend dürfte nach Ansicht von Bernd Hertweck, Chef der Wüstenrot Bausparkasse, besonders in den wirtschaftlich starken Ballungszentren wie etwa Stuttgart und der Region in den nächsten Jahren anhalten.

Anleger profitieren von der steigenden Nachfrage nach Wohnraum. Der Trend zur Urbanisierung sei unterschätzt worden, sagt Hertweck unserer Zeitung. Durch die Zuwanderung werde sich die Situation am Wohnungsmarkt weiter verschärfen. Sie werde den Wohnungsbau ankurbeln. Für private Anleger sind besonders auch „kleine Einheiten, die sich an Studenten und alleinstehende Bezieher von kleinen oder mittleren Einkommen wenden, interessant“, erklärt Hertweck.

Finanzprofi Schickentanz sieht nach den jüngsten Turbulenzen am Aktienmarkt eine gute Einstiegsgelegenheit, um in Aktien zu investieren.

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