Im vergangenen Derby jubelten die Fellbacher – 6:1. Foto: Patricia Sigerist

Mario Mutic vom TV Oeffingen, bis zum Ende der vergangenen Saison noch im Aufgebot des SV Fellbach, will die Begegnung mit seinen ehemaligen Teamgefährten an diesem Freitag im Max-Graser-Stadion trotz Kniebeschwerden nicht verpassen.

Fellbach - Den Beschwerden in seinem linken Knie hat Mario Mutic in den vergangenen Wochen wenig Beachtung geschenkt. Am Montag waren die Schmerzen allerdings stärker als sonst, was ihn zu einem Arztbesuch veranlasste. In einer ersten Untersuchung wurde ein lädierter Meniskus ausgemacht, wobei die Diagnose den Offensivakteur nicht von weiteren sportlichen Bemühungen abhielt. Im Abschlusstraining am Mittwochabend mischte er sich wieder unter die Fußballer des TV Oeffingen. „Ich will mir dieses Spiel niemals entgehen lassen“, sagt der 23-Jährige. Er hofft, an diesem Freitag ohne Schmerzgefühl auszukommen, wenn der Landesligist von 19 Uhr an beim SV Fellbach antritt.

Der Übungsleiter Haris Krak zählte in den acht Landesliga-Begegnungen stets von Beginn an auf den technisch versierten Zugang

Mit den Begebenheiten im Max-Graser-Stadion ist Mario Mutic bestens vertraut. „Es wird mir schwerfallen, in die linke Kabine zu laufen“, sagt der wendige Spielgestalter und lacht. Drei Spielzeiten lang trug er – nach Stationen beim Karlsruher SC II und der TSG Backnang – das Trikot des Stadtnachbarn, ehe er sich vor dieser Saison zu einem Wechsel entschloss. Zu sehr unterschieden sich seine Vorstellungen von jenen des neuen Fellbacher Trainers Giuseppe Greco, während sich die Oeffinger Verantwortlichen schon in den vorangegangenen Jahren um ihn bemüht hatten. Der Übungsleiter Haris Krak zählte in den acht Landesliga-Begegnungen stets von Beginn an auf den technisch versierten Zugang, der schon dreimal traf und gemeinsam mit Lutonda Ntiti die interne Torschützenliste anführt.

„Ich wurde super aufgenommen, es hat sofort harmoniert“, sagt Mario Mutic, der dem Wettstreit mit sehr guten Freunden entgegenfiebert. Mit dem SVF-Torwart Philipp Gutsche, den der Waiblinger ebenso wie Nikola Jelic zu seinen Nachbarn zählt, war er am vergangenen Freitag gemeinsam in Stuttgart unterwegs – kleinere Sticheleien konnten sich beide dabei nicht verkneifen. „Mario ist für unser Spiel wichtig“, sagt Haris Krak. „Ich habe lange mit ihm gesprochen, er muss ehrlich zu sich sein, ob er schmerzfrei ist. Auch wenn es ein besonderes Spiel für ihn ist, müssen wir auf die gesamte Saison schauen.“

Dabei schenkte Giuseppe Greco häufig den gleichen Akteuren sein Vertrauen

Beim vergangenen Aufeinandertreffen der Stadtkonkurrenten im April durfte der Anlagenführer bei einem großen Automobilzulieferer erst mitwirken, als die Tore zum 6:1-Erfolg der Fellbacher bereits erzielt waren. In dieser Landesliga-Saison erlebte er alle Oeffinger Treffer aus der Nähe, wobei das Team vom Tennwengert erst zehnmal erfolgreich war. Einzig das Schlusslicht SV Allmersbach weist eine schlechtere Ausbeute auf (5). „Die Chancenverwertung ist unser Manko, da nehme ich mich nicht raus“, sagt Mario Mutic. Die Fellbacher Fußballer haben derweil in sieben Begegnungen zwar 13-mal getroffen, aber mit zwölf Zählern einen Punkt weniger verbucht als der Nachbar. Im Max-Graser-Stadion gewährten sie Gästen in vier Partien jedoch keinen Sieg, lediglich dem TSV Schwaikheim ein 2:2-Unentschieden.

Dabei schenkte Giuseppe Greco häufig den gleichen Akteuren sein Vertrauen, zum Beispiel Claudio Paterno oder Koray Yildiz, mit denen er in der Vorsaison noch den TSV Schornbach unterstützt hatte. An diesem Freitag muss der Übungsleiter womöglich aber ohne zwei Spieler auskommen, auf die er nur ungern verzichtet. Oguz Dogan plagen Sprunggelenksschmerzen, der Kapitän Koray Yildiz musste am Mittwoch das finale Training vor dem Derby aufgrund von Wadenproblemen vorzeitig beenden. Dafür bereicherte Jens Strohm, der zuletzt beruflich verhindert war, das Fellbacher Ensemble, ebenso wie der von einer Muskelverletzung genesene Jamie Miller. „Die Rivalität ist nicht mehr so stark wie früher“, sagt Giuseppe Greco über das Duell innerhalb der Stadtgrenzen. „Aber keiner will sich die Blöße geben, sich hinterher auf dem Fellbacher Herbst oder in der Disco etwas anhören zu müssen.“ Mario Mutic und Philipp Gutsche wollten schon vor der Begegnung unter sehr guten Freunden nicht von neckischen Kommentaren absehen. SV Fellbach: Gutsche – Njie, Plaste, Weiß, Hörterich, Paterno, Jelic, Yildiz (Strohm), Sönmez, Dogan, Jaric. TV Oeffingen: Peric – Gorica, Bren, Mailat, Michael Schick, Fischer, Shammak, Körner, Mutic, Russo, Yalman.

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