Charalambos Parharidis spielt weiterhin im Team des SV Fellbach. Foto: Patricia Sigerist

Die Fellbacher zählen bereits 17 Akteure, die in der nächsten Verbandsliga-Saison ein Trikot des SVF tragen werden. Darunter Mika Müller, ein Zugang von der TSG Balingen.

Fellbach - Es ist gar nicht so einfach für die Verantwortlichen des SV Fellbach, Spieler für ihre Sache zu gewinnen, die das Zeug haben, im Zweifel auch mal Spiele in der Verbandsliga zu gewinnen. Dem Aufsteiger sind zuletzt bloß fünf Erfolge gelungen. Weil die Corona-Krise auch den Sport unterband, darf der Vorletzte über die Zwangspause hinweg auf höchstem Liganiveau in Württemberg Fußball spielen. Absteigen muss jetzt niemand. Künftig will das aber auch niemand, deshalb wird nun allenthalben der Kader neuen Betrachtungen unterzogen. Ioannis Tsapakidis, der Sportliche Leiter des SV Fellbach, braucht wie viele andere Geduld bei der Suche nach Kräften, die den Unterschied ausmachen sollen und eben jenen zwischen den Hintersassen und den Vordermännern in der Verbandsliga wettmachen können.

Hier hat ein hoch geschätzter Kandidat in der Oberliga noch einen Vertrag bis 2021; nachhaltiges Interesse stößt auf eine markante Ablösesumme. Da erinnert sich ein hoch eingeschätzter Kandidat noch gut an die Transferoffensive des SV Fellbach im Winter. Zu Jahresbeginn floss, mit Blick auf die Abstiegssorgen, viel Geld. Der eine oder andere Zugang fand so an die Esslinger Straße. Der Hauptsponsor, ein Immobilienkonzern aus der Stadt, ermöglichte das ungeahnt forsche Vorgehen. Doch das war eine Ausnahmesituation. Profis sollen bei nächster Gelegenheit, wann auch immer die kommende Saison beginnen mag, nicht mehr zum Fellbacher Verbandsliga-Aufgebot gehören. „Solche Vorstellungen muss man schnell wieder vergessen“, sagt Ioannis Tsapakidis. Deshalb wird auch eine weitere Zusammenarbeit mit Hakan Aslantas kaum zu realisieren sein, obschon der frühere türkische Erstliga-Spieler hoch geschätzt wird in Fellbach und eh auch hoch eingeschätzt. Ricardo Leonel Carvalho, das ist schon entschieden, wird nicht mehr aus Portugal zurückkehren. Und Shkemb Miftari verlässt den SVF ebenso wieder; der Angreifer schließt sich wohl dem Ligakonkurrenten Calcio Leinfelden-Echterdingen an und damit guten Bekannten aus vergangenen Tagen. Die drei waren sozusagen das Resultat des Finanzschubs für den SV Fellbach im Winter.

Trotz der verbliebenen Ungewissheiten haben Ioannis Tsapakidis und der Cheftrainer Giuseppe Greco bereits mit einigem Ertrag am Aufgebot der Zukunft getüftelt. 16 Akteure des verstärkten Aufgebots, das vor dem Corona-Aus im März mit dem 3:0-Erfolg bei der SKV Rutesheim aufbegehrte, bleiben dem SV Fellbach erhalten. Darunter sind auch die drei anderen Winterverpflichtungen. Robin Binder hatte sein Engagement ohnehin schon bis 2021 ausgelegt. Nun sind ihm auch Georgios Mahlelis und Charalambos Parharidis gefolgt. Von ihnen, allesamt keine Profis, verspricht sich der Sportliche Leiter der Fellbacher Fußballer viel. Massive Unterstützung vor allem bei dem Unterfangen, den Abstiegsplätzen ein Stück weit vorauszueilen: „Sie hatten ja gar nicht wirklich Gelegenheit zu zeigen, wie viel sie für uns Wert sein können.“

Ihr Engagement über dieses Frühjahr hinaus verlängert haben zuletzt auch der Ballfänger Philipp Gutsche, Philipp Hörterich, Nikola Jelic und Niklas Weiß. Davor hatten bereits Burak Sönmez, Samuel Wehaus, Ibrahim Njie, Timo Marx, Jamie Miller, Koray Yildiz, Claudio Paterno, Marcello Vulcano und Manuel Haug Vereinbarungen für die kommende Runde unterzeichnet. Zudem hat sich ein externer Kandidat schon für die Sache des SV Fellbach entschieden. Mika Müller, 20, zieht es von der TSG Balingen in die Verbandsliga. Der talentierte Innenverteidiger hat im Süden des Bundeslands mit dem Regionalliga-Team trainiert und für den zweiten Balinger Verbund in der Landesliga gespielt. Er will eine Ausbildung und in diesem Zusammenhang auch sportlich eine neue Aufgabe beginnen.

So zählt Giuseppe Greco bereits 17 Akteure, die er in der nächsten Verbandsliga-Runde berücksichtigen kann. Fehlen fünf zur angedachten Personalstärke: 22 Leute sollen mithin eine Einheit bilden. Dazu kommen in der Vorbereitung vier A-Jugendliche aus dem drittplatzierten Verbandsstaffel-Verbund – Fabijan Domic, Matteo Binner, Tom Berger und Luis Guedes Ribeiro. Darüber hinaus zwei aus der Bezirksliga-Formation der Männer: Niklas Koroll und erneut Nico Keppeler. „Den sechs Spielern wollen wir die Chance geben, reinzuschnuppern und sich zu präsentieren“, sagt Ioannis Tsapakidis.

Wer auch immer in der Verbandsliga für die Sache des SV Fellbach eintreten wird: Er muss zur Sache gehen. Fünf Siege werden bei nächster Gelegenheit eher nicht mehr zum Klassenverbleib reichen.

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