Alle drei deutschen Gruppenspiele finden in München statt (Symbolbild). Foto: imago images/ULMER Pressebildagentur

Die Fußball-Europameisterschaft in elf Ländern steigt mit Fans, für die es ganz unterschiedliche Coronabeschränkungen gibt. Die wichtigsten Fragen und Antworten zur ersten paneuropäischen Fußball-EM.

Stuttgart - Insgesamt 24 Mannschaften, sechs Gruppen, elf Städte, 30 Tage, 19 Schiedsrichter, 622 Spieler: Bei der ersten paneuropäischen Fußball-EM rollt von Freitag an bis zum 11. Juli der Ball. Im Auftaktspiel treffen am Freitag (21 Uhr) in Rom die Türkei und Italien aufeinander. Wir geben vorab Antworten auf wichtige EM-Fragen.

Warum wird die EM quer über den Kontinent verteilt ausgetragen?

Im Juni 2012 sprach der damalige Präsident der Europäischen Fußball-Union (Uefa), Michel Platini, erstmals von seiner Idee einer EM-Endrunde auf dem gesamten Kontinent anlässlich des 60-Jahr-EM-Jubiläums. Mehrere Jahre voller Gegenwind von verschiedenen Seiten und eine Pandemie später wird die Vorstellung des Franzosen Wirklichkeit.

Wie sieht der Modus aus?

Zum zweiten Mal nach 2016 sind insgesamt 24 Mannschaften dabei, darunter erstmals Finnland und Nordmazedonien. Neben dem Gruppenersten- und zweiten der sechs Gruppen qualifizieren sich auch die vier besten Gruppendritten für das Achtelfinale. Gespielt wird in elf Städten, verteilt auf elf Länder. In Spanien wurde Bilbao durch Sevilla ersetzt, Dublin wurde ganz gestrichen, nachdem die irische Regierung der Uefa keine Garantie für Fans im Stadion geben konnte.

Wann und wo spielt die deutsche Elf?

Alle drei deutschen Gruppenspiele finden in München statt. Zum Auftakt am 15. Juni trifft die DFB-Elf auf Weltmeister Frankreich. In den weiteren Partien geht es gegen Titelverteidiger Portugal (19. Juni) und Ungarn (23. Juni). Gewinnt Deutschland die Gruppe F, geht es im Achtelfinale am 28. Juni in Bukarest weiter, als Zweitplatzierter würde tags darauf in London gespielt. Qualifiziert sich die Mannschaft von Trainer Joachim Löw als einer der vier besten Gruppendritten für die Runde der besten 16, kämen am 27. Juni Budapest oder Sevilla als Achtelfinal-Spielorte in Frage.

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Sind Zuschauer erlaubt?

Ja, und zwar je nach Standort auch prozentual unterschiedlich viele. In München, wo neben den deutschen Gruppenspielen auch ein Viertelfinale (2. Juli) stattfindet, sind 14 000 Zuschauer zugelassen. In Budapest ist gar eine 100-prozentige Auslastung von 68 000 Zuschauern in der erst 2019 eröffneten Puskas Arena geplant. Im Hampden Park, dem schottischen Nationalstadion in Glasgow, werden hingegen „nur“ 12 750 der 51 866 Plätze besetzt. Tickets für die Gruppenspiele kosten zwischen 30 und 185 Euro. Beim Finale in London müssen zwischen 295 und 945 Euro gezahlt werden.

Was wird an Prämien ausgeschüttet?

Insgesamt beträgt das Preisgeld 331 Millionen Euro. Das sind 30 Millionen mehr als bei der 2016 in Frankreich. Vor der Corona-Pandemie hatte sich die Uefa sogar auf einen Topf von 371 Millionen Euro festgelegt, einen Rekord stellt aber auch der nach unten korrigierte Wert dar. Das Antrittsgeld pro Team liegt bei 9,25 Millionen Euro. Jeder Sieg in der Gruppenphase wird mit einer Millionen Euro belohnt, für ein Remis gibt es die Hälfte.

Welcher Club stellt die meisten Spieler?

Champions-League-Sieger FC Chelsea stellt 17 Spieler ab, der Englische Meister und Champions-League-Finalist Manchester City 16. Vom Deutschen Meister Bayern München sind 14 Spieler bei der EM vertreten, acht davon stehen in Löws Kader, vier sind Teil des Aufgebots des ersten Gruppengegners Frankreich. Alleine im Kader von Österreich finden sich 21 Spieler aus Bundesliga, insgesamt sind es 91 aus der ersten und zweiten Liga. Aus der Bundesliga stellt nur Arminia Bielefeld keinen EM-Spieler ab.

Wie viele Schiedsrichter sind dabei?

19 Referee-Teams stehen für die 51 EM-Spiele bereit, darunter erstmals seit 1996 zwei deutsche: Neben Routinier Felix Brych (München) gibt überraschend der Berliner Daniel Siebert (37) seine Premiere. In der Französin Stephanie Frappart wird als Vierte Offizielle zudem erstmals auch eine Frau zwischen den Trainerbänken stehen.

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