Auf dem Schlossplatz wurden Papierboote in die Brunnen gesetzt. Foto: Lg/Julian Rettig

Einige Hundert nehmen an der Demonstration „Für die Rechte von Geflüchteten – Free Carola“ auf dem Stuttgarter Marktplatz teil. Auch die Seawatch-Kapitänin Carola Rackete spricht auf der Demo – ohne persönlich anwesend zu sein freilich. Sie befindet sich derzeit an einem geheimen Ort.

Stuttgart - Auf dem Schlossplatz wird lautstark auf das anstehende Festival Jazz Open eingestimmt, und Michel Brandt, Bundestagsmitglied der Linken, hat als Hauptredner abgesagt – trotzdem kein Problem für die Linken, viele Teilnehmer für die kurzfristig organisierte Demo „Für die Rechte von Geflüchteten – Free Carola“ mal schnell vom Schlossplatz auf den Marktplatz zu dirigieren. Dort war auch mehr Platz für die einige hundert Demonstranten, die so zusätzlich Aufmerksamkeit erregten am Samstagnachmittag.

Das Interesse ist derzeit eben sehr groß am Schicksal der deutschen Kapitänin Carola Rackete, die mit dem Flüchtlingsschiff Sea Watch 3 die Einfahrt in den Hafen von Lampedusa erzwungen hat und deshalb danach zeitweilig in italienischer Haft war. So bekam auch ihr Redebeitrag bei dieser Veranstaltung den größten Applaus vor dem Stuttgarter Rathaus. Das war natürlich eine Tonaufzeichnung, denn Rackete befindet sich derzeit an einem geheimen Ort. „Nach meiner Freilassung war ich sehr erfreut über die viele Anteilnahme und Solidarität“, so Rackete, „aber der Kampf geht weiter. Wir geben nicht auf. Gemeinsam sind wir stark. Seenotrettung kennt keine Grenzen“, erklärt sie unaufgeregt, sachlich und bestimmt.

Der Stuttgarter Stadtrat Luigi Pantisano (SÖS) mahnt: „Stuttgart und Deutschland als eines der reichsten Länder weltweit müssen es sich leisten können, mehr Flüchtlinge aufzunehmen.“

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