Seine Kampf- und Wurfkraft reicht nicht: Trotz sechs Toren von Lars Kaufmann (li.) verliert Frisch Auf in Magdeburg. Foto: Baumann

Der Kampfgeist stimmt, die spielerische Linie im Angriff dagegen nicht: Handball-Bundesligist Frisch Auf Göppingen fabriziert beim SC Magdeburg zu viele Fehler und verliert mit 27:28 (10:12). Ein Dämpfer im Kampf um die EHF-Pokal-Plätze.

Magdeburg - Er ist das Gesprächsthema in Göppingen: Bleibt Michael „Mimi“ Kraus oder geht er am Saisonende? Zuletzt hatte der Spielmacher mit Galavorstellungen Werbung für eine Vertragsverlängerung bei Frisch Auf gemacht. Am Mittwochabend vor 6064 Zuschauern in der Getec-Arena in Magdeburg konnte er daran nicht anknüpfen. Der Spielmacher warf zwar drei Tore, hatte allerdings nur eine Quote vom 37,5 Prozent. „Uns hat die Effizienz im Angriff gefehlt“, gab Kraus zu. Nur wenig Impulse gingen in einem spannenden, aber zerfahrenen Spiel auch von den Rückraumkollegen Zarko Sesum (kein Tor) und Tim Kneule (1) aus. Kneule sah zudem fünf Minuten vor Schluss nach einem Foul an SCM-Spielmacher Michael Damgaard die Rote Karte.

Tatai und Kaufmanns Einzelaktionen halten Frisch Auf im Spiel

Obwohl einzelne Spieler unter Form agierten und die Göppinger Spielweise lange Zeit behäbig und statisch wirkte, war ein Punktgewinn drin. Torwart Peter Tatai hielt Frisch Auf mit Glanzparaden immer wieder im Spiel. Nach dem Wechsel witterte Göppingen seine Chance, als Magdeburgs Europameister Finn Lemke bei einem Tempogegenstoß (45.) das 21:17 vergab. Mit viel Herz und vor allem durch Einzelaktionen des besonders kampfstarken und treffsicheren Lars Kaufmann (sechs Tore) kam Göppingen wieder ran. Rechtsaußen Anton Halen stellte mit seinem siebten Tor erstmals in der zweiten Halbzeit den Ausgleich her – 24:24 (56.). Der schwedische Linkshänder vergab eine Minute vor Schluss die große Chance zum 27:27. Er traf nur den Pfosten. Im Gegenzug sorgte der überragende Damgaard mit seinem achten Treffer für die Entscheidung. Nur SCM-Rechtsaußen Robert Weber (9/5) warf mehr Tore als der Däne.

Volle Konzentration nun auf den EHF-Pokal

„Für uns war heute etwas drin, weil wir gut gespielt haben. Am Ende waren es aber ein paar Fehler zu viel“, sagte Frisch-Auf-Trainer Magnus Andersson – und blickte nach vorne: „Wir müssen jetzt konzentriert in das Europapokalspiel am Samstag gehen.“ Dann kann mit einem Sieg beim OCI Lions Limburg/Niederlande die Teilnahme am Viertelfinale des EHF-Pokals perfekt gemacht werden. Gut möglich, dass es auf der europäischen Bühne erneut zu einem Duell mit Magdeburg kommt. Auch die Truppe von Trainer Bennet Wiegert kann mit einem Erfolg am Sonntag im Heimspiel gegen Dinamo Bukarest ins EHF-Cup-Viertelfinale einziehen. Selbstvertrauen haben getankt.

HBW chancenlos

Keine Bonuspunkte für den HBW Balingen-Weilstetten im Kampf gegen den Abstieg aus der Handball-Bundesliga: Gegen Titelaspirant SG Flensburg-Handewitt setzte es vor 2350 Zuschauern in der ausverkauften Sparkassenarena ein 22:29 (12:17). HBW-Trainer Frank Bergemann hatte schon nach acht Minuten zwei Auszeiten genommen – es half nichts. Beim 16:26 (48.) war die endgültige Entscheidung gefallen. „Die SG nahm uns ernst. Wir waren in keiner Phase ein ebenbürtiger Gegner“, sagte HBW-Manager Wolfgang Strobel.

Die meisten Tore für den HBW erzielten Christoph Theuerkauf (5), Fabian Böhm (4), Olivier Nyokas (4) und Gregor Thomann (3/2), der Rechtsaußen aus dem Balinger Drittligateam. Für die Flensburger trafen Lasse Svan (9) und Holger Glandorf (6) am besten. (lin)

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