Schüler begehren auf. Foto: factum/Granville

Rund 300 Schüler lassen die Schule sausen, um in Ludwigsburg für ihre Zukunft zu demonstrieren. Es wird nicht die letzte Protestaktion gewesen sein.

Ludwigsburg - Eindruck haben die Schüler, die am Freitag durch die Ludwigsburger Innenstadt gezogen sind, auf viele gemacht: Nicht nur auf Passanten, die den Tross staunend beobachteten. Auch auf die Polizei. „Die machen das toll“, sagte die Einsatzleitung. Und auf den Oberbürgermeister Werner Spec (Freie Wähler). „Ich finde klasse, dass Sie was tun“, sprach er spontan zu der Menge, als sie auf dem Rathausplatz angekommen war. Aber auch sich selbst haben die Jugendlichen beeindruckt: „Großartig, ihr gebt mir Hoffnung“, rief Markus Moskau, der die Demo organisiert hatte, seinen Mitstreitern zu. „Ich hätte nicht gedacht, dass so viele kommen.“

Der Verstärker gibt den Geist auf

Rund 300 Schüler haben sich an dem Protestzug gegen den Klimawandel beteiligt. Sie kamen nach Angaben von Markus Moskau aus Markgröningen, Tamm, Bietigheim-Bissingen, Asperg, Vaihingen, Ludwigsburg und sogar Backnang – und haben damit die „Fridays-for-future“-Bewegung in den Landkreis geholt. Nach dem Vorbild der 15-jährigen schwedischen Klimaschutz-Aktivistin Greta Thunberg demonstrierten sie damit für eine härtere, effektivere Politik gegen den Klimawandel.

„Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr unsere Zukunft klaut“, skandierten die Schüler auf ihrer Tour, die vom Bahnhof, über die Alleenstraße, den Rathaus- und Marktplatz führte und über die doch frei gegebene B 27 letztlich zurück zum Bahnhof führte. Und: „Hopp, hopp, Kohlestopp!“ Einer der Redner rief, nachdem der Verstärker den Geist aufgegeben hatte, in die Menge: „Wenn ich in der Schule meinen Job so schlecht machen würde, wie die Bundesregierung und die Gesellschaft beim Klimaschutz, dann hätte ich ein gewaltiges Problem!“ Der Applaus war, wie bei allen anderen Rednern, gewaltig.

Mut vom erfahrenen Stadtrat

Im Vorfeld der Demonstration hatte es Diskussionen über ihren Zeitpunkt gegeben. Eine Teilnahme während der Schulzeit ist laut Schulgesetz nicht erlaubt. Allerdings werden die Schüler, die am Freitag in Ludwigsburg auf die Straße gingen, auch nicht bestraft werden. Oliver Kube, der protestaffine Stadtrat von Ökolinx, bestärkte die Demonstranten in ihrer Haltung: „Es ist richtig, dass ihr dafür den Unterricht boykottiert“, sagte er bei einer ebenfalls spontanen Grußadresse.

Konkrete Pläne für eine Fortsetzung des Protests gibt es laut Markus Moskau noch nicht. Aber weitergehen wird es „definitiv“.

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