Der Bollenhut – geschichtsträchtiges Symbol des Schwarzwalds. Foto: Sebastian Wehrle

Der Fotograf Sebastian Wehrle ist überzeugter Schwarzwälder und stellt die Bedeutung von Tradition und Brauch auf den Kopf. In der Serie „The mystical Black Forest“ inszeniert er die historische Tracht wie Haute Couture.

Freiamt - Künstler, Designer, Gastronomen, Bierbrauer, Winzer Modemacher und andere Unternehmer versuchen seit geraumer Zeit, das Image des Schwarzwaldes zu entstauben. Auch wenn es die regionale Gin-Marke Monkey 47 unter die Top-Listen der beliebtesten Gin-Sorten geschafft hat – die Region selbst steht nicht an oberster Stelle der Trend-Urlaubsorte.

„Der Schwarzwald ist bunt“

Daran kann auch der Fotograf Sebastian Wehrle nicht viel ändern. Aber er zeigt, dass man sich als überzeugter Schwarzwälder – er stammt aus Freiamt im Landkreis Emmendingen – mit Heimatklischees originell auseinander und ihnen etwas entgegen setzen kann. Unter dem Motto „Der Schwarzwald ist bunt“ hat er seine Models wie für ein Hochglanzmagazin in Szene gesetzt. Er überreizt die Bedeutung von Tracht und Tradition gnadenlos und arbeitet dabei mit starken Hell- und Dunkeleffekten.

Die Fotografien wirken wie Gemälde

Die historische Schwarzwaldtracht wird zur Haute Couture, seine stark kontrastierten Fotografien wirken beinahe wie Gemälde. „The mystical Black Forest“ heißt die Serie, mit der der gelernte Kachelofenbauer mit eigenem Fotostudio das gültige Schwarzwald-Image in eine moderne, ästhetische Form taucht. Trotz aller Überzeichnung wirken die Bilder nicht karikierend. Im Gegenteil: seine Werke, die auch schon im deutschen Restaurant „Black Forest Brooklyn“ in New York ausgestellt wurden, zeigen, welche Bedeutung das Brauchtum noch heute für unser kulturelles Verständnis hat.

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