Große Schnauze: Der Frachtjet der aserbaidschanischen Fluggesellschaft auf der Südseite des Flughafens beim Frachtzentrum. Foto: Flughafen Stuttgart

Für die Flughafengesellschaft und die interessierten Zaungäste, Planespotter genannt, war es eine Besonderheit. Jetzt ist in Echterdingen erstmals ein Fracht-Jumbo einer in Aserbaidschan ansässigen Fluggesellschaft gelandet. Er flog Porsche-Rennwagen aus.

Stuttgart - Seltener Höhepunkt für die Flughafen-Zaungäste, die rund um den Airport immer nach besonderen Flugzeugen Ausschau halten und sie zu fotografieren versuchen. Am Sonntag ist in Echterdingen erstmals eine Boeing 747-8F der Silk Way West Airlines (AZG) gelandet – also die Frachtversion der B747, die man wegen ihrer Größe auch Jumbo nennt.

Die Spannung war groß. Am Dienstag bereits hatte die Flughafengesellschaft im sogenannten sozialen Netzwerk Facebook auf das Ereignis eingestimmt, doch bis zuletzt war unklar, ob der große Vogel tatsächlich zum geplanten Zeitpunkt am Sonntagmorgen einschweben würde. Der Jumbo kam dann aber – und schluckte reihenweise Rennfahrzeuge, die beim Saisonfinale des Porsche-Mobil-1-Supercups in Mexiko (Mittelamerika) auf die Piste gehen sollen. Außerdem die komplette Ausrüstung der beteiligten Rennteams, die normalerweise mit Lastzügen transportiert wird, wenn man auf dem europäischen Kontinent bleibt. Deswegen war die Maschine gut gefüllt vor dem Abflug, der für den frühen Abend terminiert war.

Verladen werden sollten 27 Fahrzeuge, die im Besitz von privaten Teams sind, zum Sammeltransport unter der Regie der Porsche AG aber nach Stuttgart gebracht worden waren. „Das sind durchweg Fahrzeuge vom Typ 911 GT3 Cup, die sich technisch nicht unterscheiden“, sagte Steffen Eyke, Pressesprecher des Porsche Super-Cups, der bei der Hamburger Agentur 9pm Media arbeitet und im Auftrag von Porsche tätig ist.

Da es ein Einheitswagen ist, macht der Fahrer noch mehr den Unterschied als sonst. Am Steuer sind Nachwuchsfahrer, von denen sich die Besten für Größeres empfehlen. Die Super-Cup-Rennen folgen dem Rennplan für die Formel 1. Allerdings: In Übersee steht für diese Porsche-Fahrzeuge nur Mexiko auf dem Rennplan. Und dort sind sie zum dritten Mal.

In Mexiko wird die Porsche-Super-Cup-Saison enden

Silk Way West Airlines ist eine aserbaidschanische Frachtfluggesellschaft mit Basis auf dem Flughafen Baku, die mit dem Transport der Rennfahrzeuge beauftragt wurde. Die Rennen in Mexiko-City werden am 26. und 27. Oktober über die Bühne gehen, das freie Training findet am 25. Oktober statt, das Qualifiying am Tag darauf – auf einer Rennstrecke, die 4,304 Kilometer lang ist. Es handelt sich um das Autodromo Hermanos Rodriguez, das eine längere Geschichte hat und gut 2000 Meter über dem Meeresspiegel liegt. Dort ist der Luftwiderstand geringer, heißt es in Expertenkreisen, Boliden auf der Piste könnten absolute Höchstgeschwindigkeiten oberhalb von 360 Stundenkilometern erreichen.

Porsche-Mobil-1-Supercup 2019 ist der Name für die 27. Porsche Supercup-Saison. Sie endet in Mexiko. Los ging es am 12. Mai auf dem Circuit de Catalunya in Spanien.

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