Das Publikum im vollbesetzten Hölderlinsaal der Schwabenlandhalle trinkt sich durch die zwölf Proben der Verkostung. Foto: Patricia Sigerist Foto:  

Bei der Großen Weinprobe setzen die Fellbacher Weingärtner nicht nur auf Entertainer Monty Bürkle, sondern stellen ganz bewusst ihren Nachwuchs in den Mittelpunkt. Das Programm kommt bei den mehr als 1000 Gästen im Hölderlinsaal an.

Fellbach - Der Unterhaltungsfaktor war hoch, der Hölderlinsaal bis auf den letzten Platz gefüllt, das Publikum vom heiter-beschwingten Programm auf der Bühne mehr als angetan: Bei der Großen Weinprobe in der Schwabenlandhalle haben die Fellbacher Weingärtner am Donnerstag vor ausverkauftem Haus nicht viel falsch gemacht. Im Gegenteil: Das Konzept, bei der 71. Auflage des Fellbacher Herbsts vor allem junge Köpfe in den Mittelpunkt zu stellen und ganz bewusst die Nachwuchsgarde vom Weinbau unterm Kappelberg erzählen zu lassen, ging auf. Schlecht unterhalten ging wohl keiner der mehr als 1000 Besucher am Donnerstag nach Hause. Und durstig nach zwölf verkosteten Weinen aus dem Keller der lokalen Genossenschaft auch niemand.

Humoristische Krönung allerdings war der Schlagabtausch

Ergebnis war ein ausgesprochen kurzweiliger Abend, nach dem sich WG-Vorstandschef Thomas Seibold selbst ein wenig wunderte: „Ich dachte, es kommen noch zwei Weinproben“, gab er sich beim Schlusswort überrascht, dass die gut dreieinhalb Stunden in der Schwabenlandhalle reichlich rasant vergangen waren. Das lag zum einen an Moderatorin Stephanie Haiber, die detailreich und gut vorbereitet durch den Abend führte. Mehr aber noch an ihren Gesprächspartnern. Aufsichtsratschef Ralf Bauerle kam ebenso auf der Bühne zu Wort wie Philipp Laipple, Sprecher der Weingärtner-Nachwuchstruppe „Next Generation, die vor genau zehn Jahren gekürte Fellbacher Weinkönigin Christl Schäfer durfte in Erinnerungen kramen, die aktuelle Weinprinzessin Anja Off von ihren Erfahrungen mit chinesischer Weinkultur berichten. Humoristische Krönung allerdings war der Schlagabtausch, den sich Haiber und der an der Universität Nyon in der Schweiz auf der Bühne lieferten – die Spitzen und Pointen erinnerten manchen im Saal an das als „Kabarett-Gipfel“ in die Geschichte der Großén Weinprobe eingegangene Aufeinandertreffen des Komikers Klaus Birk und des früheren Fellbacher Oberbürgermeisters Christoph Palm 2016.

Spätestens nach der achten der zwölf Proben schwelgte der Saal fast schon im Schunkel-Modus mit

Dass die Weingärtner beim Showprogramm auf die Turnmädels des SV Fellbach und Entertainer Monty Bürkle setzten, erwies sich ebenfalls nicht als Fehler: Zwar hoben sich bei manchem mit dem Fellbacher Urgestein nicht so vertrauten Gast etwas die Augenbrauen, als der schwäbische Sinatra den Kappelberg bereits kurz vor halb neun mit aller Stimmgewalt nach „New York, New York“ verlegte. Spätestens nach der achten der zwölf Proben schwelgte der Saal fast schon im Schunkel-Modus mit. Apropos: Das Motiv von „Jugend forscht“ griff Kellermeister Werner Seibold durchaus auch bei der Weinauswahl auf. Neben der fruchtigen Kategorie zum Einstieg und den Barrique-Bomben bei Lemberger und Spätburgunder zum Abschluss hatte er auch den Orange-Wein der Next Generation auf die Karte gesetzt.

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