Beim Eröffnungskonzert spielt das weltweit gefeierte Nadar Ensemble im Kulturzentrum Dieselstraße. Foto: Annavan Kooij

Das Ton-Art-Festival für zeitaktuelle Musik bietet an acht Abenden ungewöhnliche Klang– und Seherlebnisse in sieben unterschiedlichen Esslinger Konzertstätten.

Esslingen - Die jüngeren Musiker gehen mit Medien ganz anders um als unsere Generation. Deshalb haben wir beschlossen, beim diesjährigen Ton-Art-Festival Musik und Visuelles zusammenzubringen“, erklärt der 69-jährige ehemalige Ostfilderner Musikschulleiter Albrecht Imbescheid. Zusammen mit dem Esslinger Bariton Frank Wörner, mittlerweile Professor in Saarbrücken, dem Komponisten Christian Pfeiffer und dem Organisten Felix Muntwiler hat Imbescheid das zwölfte „Festival für zeitaktuelle Musik“ organisiert. Es steht unter dem Motto „Ears and Eyes“. Von Donnerstag, 16. Januar, bis zum 22. Februar gibt es im Rahmen des Festivals acht außergewöhnliche Konzerte in sieben unterschiedlichen Esslinger Konzertstätten.

Lediglich das Kulturzentrum Dieselstraße wird gleich zweimal – bei der Eröffnung und zum Abschluss – Schauplatz eines Ton-Art-Konzerts. Gleich zum Auftakt am 16. Januar um 20 Uhr wartet dabei ein Höhepunkt auf all jene Menschen, die sich auf moderne, zeitgenössische Musik einlassen können. Das Nadar Ensemble zählt zu den weltweit gefeierten Ensembles für Performance und zeitgenössische Musik. In ihrem „Doppelgänger“-Programm stellen die vier Künstler aktuelle Werke vor und visualisieren diese mit neuesten multimedialen Techniken.

Gebrauchsgegenstände als Klangkörper

Drei Tage später gestalten die Sängerin und Performance-Künstlerin Viktoria Vitrenko und der Perkussionist Lucas Gerin die Finissage der Ausstellung von Werken des Produktdesigners Hans Erich Slany in der Villa Merkel. Das Besondere daran: Die Künstler bringen einige der Ausstellungsstücke beim Konzert zum Klingen.

„Musik der Zeiten“ ist der Abend am 25. Januar um 19 Uhr im Münster St. Paul betitelt, in dessen Rahmen bei freiem Eintritt das siebenköpfige deutsch-isländische Ensemble Adapter ganz neue Werke aus der Komponistenwerkstatt der Klasse des Saarbrücker Professors Arnulf Herrmann vorstellt.

Wenn aus Tönen Farben werden

Am Sonntag, 2. Februar, wiederum will das Ton-Art-Ensemble um 17 Uhr im evangelischen Gemeindehaus am Blarerplatz im wahrsten Sinn des Wortes Klänge in Farben verwandeln. Zu den Kompositionen, die sich allesamt mit Farben beschäftigen, will der Künstler Tobias Ruppert eine Live-Grafik schaffen, die am Ende höchstbietend versteigert wird.

Cineasten kommen am Sonntag, 9. Februar, um 19 Uhr bei der Neuvertonung des Stummfilmklassikers „Orlac’s Hände“ auf ihre Kosten. Johannes Kalitzke hat im Jahr 2017 die digital restaurierte Fassung des Horrorfilms aus dem Jahr 1924 vertont, in der ein Pianist in die Hände eines gerissenen Verbrechers gerät.

Objekte und Klanginstallationen

Musik aus mehreren Jahrhunderten, dazu Tanz und Kunst erwartet die Besucher des Konzerts „Ewige Wege“ am Samstag, 15. Februar, im Rahmen der Stunde der Kirchenmusik in der Stadtkirche St. Dionys. Anders als im offiziellen Programmheft angekündigt, beginnt der kostenlose Abend erst um 19.30 Uhr. Zu hören sind neue Werke, aber auch Kompositionen von Heinrich Schütz. Objekte des Esslinger Künstlers Matthias Kunisch spielen nicht nur bei diesem Abend, sondern auch am Sonntag, 16. Februar, um 17 Uhr in der Villa Nagel eine Rolle. Dort ist eine Klanginstallation von Christian Pfeiffer zu hören.

Beim Abschlusskonzert am 22. Februar um 20 Uhr im Kulturzentrum Dieselstraße geht es noch einmal um die Frage, wie sich die Kompositionen mit Musik und Bild zueinander verhalten. Frank Wörner und Matias Bocchio steuern eine Performance bei.

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