Vor zweieinhalb Jahren hat Strauss in der Bahnhofstraße aufgegeben. Foto: Ines Rudel/Archiv

Die Tübinger Kette hat sich im ehemaligen Kaufhaus von Strauss Innovation eingemietet – und verzichtet auf einen Platz im geplanten Einkaufszentrum „Die Via“.

Esslingen - Eigentlich, sagt Christian Riethmüller, einer der Geschäftsführer der Tübinger Buchhandlungskette Osiander, hätte das Unternehmen seine neue Esslinger Heimat in der „Via“ finden wollen. Denn eigentlich hätte die auf dem Parkplatz hinter Karstadt geplante Einkaufspassage längst eröffnet sein sollen. Doch geschehen ist dort bisher wenig. Und weil sich die Planungen immer länger hinziehen und nicht einmal der Baubeginn feststeht, hat sich Osiander in Esslingen umgesehen – und ist ganz in der Nähe fündig geworden.

„Im April 2020 eröffnen wir in den ehemaligen Räumen von Strauss Innovation in der Bahnhofstraße eine Buchhandlung, die es bundesweit so bisher nicht gibt und auf die sich die Esslinger wirklich freuen können“, rührt Christian Riethmüller schon einmal kräftig die Werbetrommel. Rund eine halbe Million Euro werde Osiander investieren, um die Verkaufsebene mit ihren 720 Quadratmetern Fläche in, so Riethmüller, „lauter große Wohnzimmer“ zu verwandeln, in denen die Kundschaft einen vollkommen neuen Zugang zur Welt der Medien finden soll.

Zweieinhalb Jahre Leerstand bei Strauss Innovation

Strauss Innovation hatte vor rund zweieinhalb Jahren das Kaufhaus in der Bahnhofstraße aufgegeben. Ursprünglich war man in der Stadt von einem kurzfristigen Leerstand ausgegangen. Doch die Hoffnung, schnell einen Nachmieter für das Gebäude in der Nähe des Bahnhofs zu finden, hatte sich nicht erfüllt.

„Für uns sind die Bedingungen an der Bahnhofstraße ideal“, sagt Riethmüller. Besonders die Tatsache, dass es nur eine große Verkaufsebene gebe, komme den Planungen von Osiander sehr entgegen.

Spätestens mit der Eröffnung der neuen Buchhandlung wird Osiander dann allerdings seine anderen Aktivitäten in Esslingen beenden und die Läden auf der ­Inneren Brücke und das Geschäft wenige Hundert Meter entfernt in der Pliensaustraße schließen. „Schließlich brauchen wir die Mitarbeiter für unsere neue Aktivität“, erläutert der Geschäftsführer die Pläne. Das bedeutet dann auch das Aus für die Esslinger Traditionsbuchhandlung H. Th. Schmidt, die Osiander im Jahr 2016 übernommen hatte. Der Vertrag mit dem dortigen Vermieter läuft zwar noch längerfristig, allerdings soll sich, so ist zu hören, bereits eine Nachnutzung abzeichnen.

Zukunft der „Via“ ist ungewiss

Die Frage ist, ob der Rückzug von Osiander Auswirkungen auf die „Via“ haben wird. Der Geschäftsführer des Projektplaners Imallinvest, Klaus Mennickheim, hält unverändert an dem Projekt fest, die Absage Osianders habe keinen Einfluss, sagt er.

Bereits im November 2017 hatte der Esslinger Oberbürgermeister Jürgen Zieger den Investoren die Baugenehmigung für „Die Via“ überreicht. Doch die explosionsartig gestiegenen Baukosten haben den Beginn der Arbeiten immer wieder verhindert, weil Imallinvest versuchte, mit Umplanungen den vorgegebenen ­Kostenrahmen von rund 100 Millionen Euro doch noch einhalten zu können. Anfang 2019 hatte Mennickheim gesagt, das Ziel sei, die Neuordnung bis zum Herbst abzuschließen.

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