Die Polizei mahnt andere Verkehrsteilnehmer zur Vorsicht (Symbolbild). Foto: dpa/Silas Stein

Zum Schulbeginn ab nächster Woche wird die Polizei verstärkt rund um die Schulen kontrollieren. Zudem unterstützen die Beamten Schulen bei der Durchführung von Präventionsprojekten.

Esslingen - In Sachen „Sicherer Schulweg“ ist die Polizei ab nächster Woche zu Beginn des neuen Schuljahrs wieder verstärkt rund um die Schulen aktiv. In Kooperation mit den Vollzugsdiensten der Kommunen und der Landratsämter werden Beamte der Polizeireviere, der Verkehrspolizei und des Referats Prävention des Polizeipräsidiums mit ihren Partnern ein Maßnahmenpaket umsetzen, um den Schulweg für Kinder sicherer zu machen. Dabei steht die Sensibilisierung aller Verkehrsteilnehmer im Vordergrund. Aber auch einer intensiven Verkehrsüberwachung an ausgesuchten Stellen kommt eine besondere Bedeutung zu. Darüber hinaus unterstützt und berät das Referat Prävention die Schulen auch außerhalb des Aktionszeitraums bei der Planung und Durchführung von Präventionsprojekten, wie beispielsweise Schulbustrainings.

Die Aktion „Sicherer Schulweg“ richtet sich dabei keinesfalls nur an Verkehrsteilnehmer, die zufällig einen Schulweg kreuzen. Auch falsches Verhalten von den Schulkindern und deren Eltern hat in der Vergangenheit immer wieder zu gefährlichen Situationen oder sogar zu Verkehrsunfällen geführt. Die Palette der möglichen Unfallursachen ist breit. Autofahrer, die zu schnell unterwegs sind oder an Fußgängerüberwegen nicht aufmerksam sind. Kinder, die die Gefahren im Straßenverkehr noch nicht einschätzen können und sich deshalb in bestimmten Situationen falsch verhalten. Eltern, die ihren Nachwuchs in Fahrzeugen nicht korrekt anschnallen oder mit sogenannten Eltern-Taxis durch falsches Parken vor Schulen oder Kindergärten für unübersichtliche und damit gefährliche Verhältnisse sorgen. Die Polizei rät auch deshalb von „Eltern-Taxis“ ab, da es grundsätzlich sinnvoller ist, die Kinder bei der eigenständigen, sicheren Bewältigung des Schulwegs zu unterstützen, anstatt sie zur Schule zu fahren. Dies trägt nicht nur zur Verkehrssicherheit bei, sondern fördert auch das Selbstbewusstsein der Kinder.

Das Überqueren der Straße stellt für die Kinder eine besondere Herausforderung und ein besonderes Risiko dar. Insbesondere Erstklässler können nur auf sehr wenige Erfahrungen im Straßenverkehr zurückgreifen und Geschwindigkeiten sowie Entfernungen von Fahrzeugen kaum richtig einschätzen. Für die Zielgruppe der Schulanfänger hat das Referat Prävention des Polizeipräsidiums Reutlingen daher mit Stofftieren drei Videos zu diesem Thema produziert. Diese sind auf der Website von https://kleines-zebra.gib-acht-im-verkehr.de/daskleinezebraundlucy/ abrufbar.

Autofahrer sollen vorsichtig sein

Einen Beitrag für mehr Verkehrssicherheit auf dem Weg zur Schule können alle leisten! So wird den Eltern empfohlen, zusammen mit ihren Kindern einen Schulweg zu finden, der im Einzelfall vielleicht etwas länger ausfallen mag, dafür aber weniger gefährlich ist. Ganz selbstverständlich sollte es zudem sein, Kinder in Fahrzeugen richtig zu sichern. Machen sich die Kinder mit Fahrrädern auf den Weg, ist ihnen ein verkehrssicheres Fahrrad an die Hand zu geben. Auch das Tragen eines Fahrradhelms sollte in der heutigen Zeit selbstverständlich sein. Helle, reflektierende Kleidung sorgt insbesondere in der nahenden dunklen Jahreszeit für einen zusätzlichen Schutz auf dem Weg in den Unterricht.

An die übrigen Verkehrsteilnehmer richtet die Polizei den Appell, besonders vorsichtig zu sein. Dazu gehört natürlich, sich an die erlaubte Höchstgeschwindigkeit zu halten, aber auch zu bedenken, dass diese im Bereich von Schulen oder Kindergärten in manchen Situationen zu schnell sein kann. Erhöhte Aufmerksamkeit ist darüber hinaus auch an Zebrastreifen und Fußgängerampeln geboten. Erwachsene sollten sich außerdem ihrer Vorbildfunktion bewusst sein und an die Folgen denken, wenn sie bspw. auf dem Fahrrad ohne Licht unterwegs sind, als Fußgänger achtlos die Fahrbahn überqueren oder bei Rot über die Ampel gehen und dabei von Kindern gesehen und imitiert werden.

Die eingesetzten Polizeibeamten werden den relevanten Zeiten entlang der Schulwege die Verkehrssituation beobachten. Neben verkehrserzieherischen Gesprächen wird es bei gravierenderen Verstößen, wie zum Beispiel bei Geschwindigkeitsüberschreitungen oder aber im Falle unzureichend gesicherter Kinder, nicht nur bei Ermahnungen bleiben.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: