Radfahrer leben auf der Enzbrücke gefährlich. Foto: factum/Simon Granville

Im kommenden Monat startet der oft verschobene Neubau zwischen Besigheim und Walheim. Die alte Brücke wird erst abgerissen, wenn die neue steht. Autofahrer müssen sich auf Behinderungen einstellen.

Besigheim/Walheim - Lange wird bereits geplant, bald rollen nun auch endlich die Bagger an. Von Juni an wird die 73 Jahre alte Enzbrücke zwischen Besigheim und Walheim (Kreis Ludwigsburg), die dringend saniert werden muss, erneuert. Der Neubau, mit der die Bundesstraße 27 über die Enz geführt wird, kostet insgesamt 7,9 Millionen Euro. Er wird wenige Meter neben dem alten Bauwerk errichtet, die alte Brücke wird erst abgerissen, wenn die neue steht.

Mit Behinderungen müssen Autofahrer während der rund 14 Monate dauernden Bauarbeiten dennoch rechnen. In den Sommerferien muss die Strecke zeitweise komplett gesperrt werden. Der Verkehr wird dann über die Ottmarsheimer Höhe umgeleitet. „Ohne Sperrungen geht es leider nicht“, sagt Tim Weirich, stellvertretender Leiter des Baureferats West im Regierungspräsidium. Die Bauarbeiten seien aber so geplant worden, dass die größeren Einschränkungen vor allem in die verkehrsärmere Zeit – also in die Ferien – fallen würden, so Weirich. In den neun Bauphasen muss die Brücke noch zwei weitere Male komplett dichtgemacht werden. Nach der Vollsperrung in den Sommerferien aber erst wieder in den Pfingstferien.

Machbarkeitsstudie soll im Juni vorgestellt werden

Immer noch unklar ist, was aus dem Radweg wird, den Walheim und Besigheim gerne gleich mitgebaut hätten. Wie mehrere radfahrerfreundliche Initiativen auch, wollen sie einen Unfallschwerpunkt vermeiden. Bislang müssen Radler, die über die B 27 und auf die andere Flussseite möchten, über eine Ampel. Einige warten allerdings nicht, bis sie Grün zeigt. Künftig knickt die B 27 an der Stelle auch nicht mehr so scharf ab, weshalb Autos deutlich schneller fahren könnten. Eine Unterführung für Radler würde das Problem aus der Welt schaffen. Bund und Land wollten die allerdings nicht finanzieren, die Kritik aus den beiden Gemeinden war groß, ihnen blieb aber nichts anderes übrig, als das Projekt selbst voranzutreiben.

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Die letzten Zahlen für eine Machbarkeitsstudie sollen im kommenden Monat vorliegen. Die Studie soll unter anderem auch abschließend klären, welche Fördertöpfe genutzt werden könnten. Planung und Bau einer Radunterführung würden – Stand jetzt – etwa 750 000 Euro kosten. „Wir hoffen, dass wir die endgültigen Ergebnisse im Juni vorstellen können“, sagt Walheims Bürgermeisterin Tatjana Scheerle.

Fahren Radler unter der eigentlichen Straße?

Immerhin: Die neue Enzbrücke ist so konzipiert, dass eine Radunterführung im Nachhinein ohne größeren Aufwand machbar wäre. „Wenn wir das Projekt realisieren, würde es den Radweg nicht verteuern oder technisch erschweren“, sagt der stellvertretende Stadtbaumeister von Besigheim, Stefan Maier.

Denkbar wäre beispielsweise, dass die Radtrasse an der Stelle, an der der Enzweg endet, nach unten verschwindet und Radfahrer – ungestört von Autos und Lastwagen – unter der Brücke ihre Fahrt fortsetzen können. „Richtig schlimm wäre es gewesen, wenn wir am Ende vom Regierungspräsidium gesagt bekommen hätten: ‚Wenn wir das gewusst hätten, hätten wir beispielsweise Leitungen anders legen müssen’“, sagt Stefan Maier.

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