Gerda Kärcher, Barbara Schmitt und Birgit Färber (v.l.) sind seit vielen Jahren Mitglieder der Einwohnervereinigung. Foto: Leonie Hemminger

Die Einwohnervereinigung Bergheim führt die Nachbarn des Weilimdorfer Stadtteils zusammen.

Stuttgart-Weilimdorf - Birgit Färber, die Vorsitzende der Einwohnervereinigung Bergheim, bezeichnet sich selbst als „Kind der Siedlung“. Ihre Eltern gehörten zu den ersten Familien, die Mitte der 50er Jahre in den neu gebauten Stadtteil Bergheim zogen. Das Siedlungswerk der Diözese Rottenburg schuf damals für etwa 200 Familien Wohnraum, viele von ihnen waren Vertriebene aus den Ostgebieten. Im Juli 1957 gründeten die Anwohner auf Anregung des Bauherren die Einwohnervereinigung Bergheim. Die Pflege der „gut nachbarlichen Beziehungen“ sowie die „Förderung der kulturellen und gesellschaftlichen Bedürfnisse“ wurden als Vereinszweck in der Satzung festgehalten.

„Man hat damals ja niemanden gekannt“, erinnert sich Birgit Färbers Mutter, Barbara Schmitt. Die 80-Jährige gehört zu den Gründungsmitgliedern des Vereins. Um Kontakte zu knüpfen, sei die von allen Bewohnern gemeinsam genutzte Waschküche an der Gerstenhalde ein wichtiger Treffpunkt gewesen. „Dort wurde geratscht, und man hat Neuigkeiten erfahren, was in der Siedlung so läuft“, sagt Barbara Schmitt und lacht, wenn sie daran zurückdenkt. Genauso wichtig wie die Treffen in der Waschküche seien aber die Veranstaltungen der Einwohnervereinigung gewesen. Besonders die Kinderfeste hat sie in guter Erinnerung. „Damals gab es ja noch richtig viele Kinder hier“, sagt sie. Doch aus denen sind inzwischen erwachsene Leute geworden, und Nachwuchs gibt es zum Bedauern des Vorstands nur wenig. „Hinzugezogene haben leider kaum Interesse daran, der Einwohnervereinigung beizutreten“, sagt Birgit Färber. Die meisten der 63 Familien im Verein seien bereits vor vielen Jahren dazugestoßen.

Der Verkehr ist der einzige Nachteil

Fast alle Mitglieder kommen aus dem Teil Bergheims, der zwischen Grubenäcker, Spechtweg und Solitudestraße liegt. Zwar gehören auch die Wohnungen südlich der Engelbergstraße zu dem zirka 3000 Einwohner zählenden Stadtteil, doch aus diesem Gebiet tritt laut Färber fast niemand dem Verein bei. „Die gehören gefühlt eher zu Giebel“, sagt sie.

Zu den Höhepunkten der Vereinstreffen gehört die jährliche Hocketse im Sommer. Auf einer Wiese zwischen den Wohnblöcken wird gegrillt und geschwätzt. Jeden ersten Mittwoch im Monat findet in der Gaststätte Muckenstüble ein Stammtisch statt. Hin und wieder werden gemeinsame Ausflüge gemacht wie zuletzt nach Esslingen oder ins Stuttgarter Rathaus. Diavorträge gehören ebenfalls fest zum Programm.

Was die Vereinsmitglieder darüber hinaus immer wieder zusammenführt, ist der Ärger über den Verkehr an der Solitudestraße, die in die Bergheimer Steige übergeht. „Hier fahren so viele Lastwagen hoch, obwohl es eigentlich verboten ist“, sagt Färber. Auch über Motorradfahrer ärgert sie sich, die die Straße ihrem Empfinden nach als Rennstrecke benutzen. „Wir hätten gerne, dass mehr kontrolliert wird“, betont Gerda Kärcher, die seit 1984 Mitglied in der Einwohnervereinigung ist. Gespräche mit der Stadtverwaltung hätten bisher jedoch nichts bewirkt. Nun versuchen die Bergheimer einen erneuten Vorstoß. In einem Brief an den Bezirksbeirat regen sie an, dass an der Solitudestraße ein Blitzer installiert wird, der auch die Fahrzeugbreite erfasst. Auf diese Weise könnten alle Lastwagen erfasst werden, die unerlaubter Weise dort fahren. Das ist aber der einzige Nachteil, den Birgit Färber an dem Weilimdorfer Stadtteil sieht: „Ohne den Verkehr wäre Bergheim ein Paradies.“

Einwohnervereinigung:

Anschrift: Grubenäcker 24, 70499 Stuttgart
Telefon: 86 09 50
Mail: HB.Faerber@t-online.de Vorsitzende: Birgit Färber Gründungsjahr: 1957 Mitgliederzahl: 63 Familien

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