Due Höhenretter helfen auch in der Tiefe, wenn es sein muss. Foto: epd

Tierrettung gehört zu den Aufgaben der Feuerwehr. Am Freitag hat sie eine Katze aus misslicher Lage befreit. Der spektakuläre Einsatz lief weitgehend im Verborgenen ab.

Stuttgart - Der Notausgang aus dem S-Bahn-Tunnel bei der Universität Stuttgart in Vaihingen ist nichts für schwache Nerven: Im Ernstfall muss man einen 30 Meter hohen Schacht auf einer Wendeltreppe aus Gitterrosten hinaufsteigen, in die sichere Freiheit. Durch irgendein Schlupfloch ist am Freitagmorgen eine Katze in diesen Schacht geraten. Mitarbeiter der Universität hörten das jämmerliche Miauen des Tieres, das nicht mehr ein noch aus wusste. Sie verständigten die Feuerwehr.

Jeder Annäherungsversuch erhöht die Gefahr für das Tier

Das Reinkommen in den Schacht war für die Einsatzkräfte kein Problem. Der Verschluss ist mit der Feuerwehr abgestimmt, so hat diese im Notfall den passenden Schlüssel. Damit konnte der entsandte Einsatzleiter den Notausgang öffnen. Als Problem stellte sich dann aber das Rankommen an das Kätzchen dar: Das Tier war si verängstigt, dass es bei jedem Rettungsversuch des hinzugeholten Tiernotdienstes der Stadt weiter nach unten lief. Mitarbeiter der Universität Stuttgart wählten um kurz vor acht Uhr den Notruf 112. Aus einem Notausgang der S-Bahn vernahmen sie das jämmerliche Miauen einer Katze. Bei dem Notausgang handelte es sich um einen ca. 30 m tiefen Schacht mit einer Spindeltreppe aus Gitterrosten. Die Integrierte Leitstelle entsandte zunächst einen Einsatzleiter vor Ort. Dieser konnte den Notausgang aufgrund einer speziellen Schließung für die Feuerwehr öffnen. Die Katze saß total verängstigt in ca. 10 m Tiefe auf der Treppe. Beim Versuch sich der Katze zu nähern, flüchtete diese noch weiter in die Tiefe. Das brachte die Katze in Gefahr, denn der Schacht ist nach unten zu den Gleisen offen, das Tier wäre irgendwann auf die Schienen gestürzt.

Der Einsatzleiter forderte daher die Spezialisten der Berufsfeuerwehr Stuttgart an, die normalerweise in schwindeligen Höhen und nicht im düsteren Untergrund zuständig sind: die Höhenretter. Sie seilten sich in den Schacht ab, an einen Punkt unterhalb der Katze. Von dort schaffte es ein Feuerwehrmann, die Katze zu beruhigen und in einem Sack sicher wieder ans Tageslicht zu bringen. Dort untersuchte ein Tierarzt des städtischen Notdienstes das Tier, bevor es wieder in die Freiheit entlassen wurde. Ein Notfallmanager der Bahn begleitete den Einsatz.

Durch den ungewöhnlichen Abstieg der Höhenretter habe am Freitag in der Berufsverkehrszeit verhindert werden können, dass der S-Bahn-Verkehr unterbrochen werden musste, meldet die Feuerwehr in ihrem Bericht von der Katzenrettung.

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