Ebenezer Ofori: Nimmt im Mittelfeld des VfB eine zentrale Rolle ein. Foto: Baumann

Der Wintereinkauf Ebenezer Ofori hat beim VfB Stuttgart schnell seine Rolle gefunden. Mit ihm trumpfen Christian Gentner und Alexandru Maxim wieder auf – auch am Samstag in Nürnberg?

Stuttgart - Es sind die Kleinigkeiten, die passen. Das Aufdrehen mit Ball am Fuß nach links oder rechts, so dass sich vor ihm plötzlich das ganze Spielfeld öffnet. Die vielen kurzen Pässe, scharf und präzise zum Mitspieler. Aber auch die entscheidenden Pässe hat er im Repertoire. Zumindest den – oft wichtigen, aber vergessenen – vorletzten wie vor dem Tor von Simon Terodde gegen Union Berlin. Und diese Ruhe, die Ebenezer Ofori am Ball ausstrahlt. Selbst in den engsten Situationen scheint der neue Mittelfeldmann des VfB Stuttgart noch spielerische Lösungen zu finden.

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Wie selbstverständlich sieht das oft aus. Und so routiniert, dass im Mannschaftskreis des Zweitligisten schnell gewitzelt wurde: Der ist zwar erst 21 Jahre alt, spielt aber wie 41. Dabei ist es alles andere als selbstverständlich, dass ein junger Ghanaer, der aus der ersten schwedischen Liga kommt und noch bis Anfang Februar beim Afrika-Cup weilte, so schnell in dieser eigenwilligen zweiten deutschen Liga Fuß fasst. „Fußballerisch war das jedoch keine Überraschung“, sagt der Chefcoach Hannes Wolf. Da war schon gleich im Training zu sehen, dass Ofori eine Bereicherung sein kann. Nur körperlich war nicht klar, wie rasch er sich an die neuen konditionellen Herausforderungen gewöhnen würde.

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Doch auch dieser Aspekt ist im Moment kein Thema mehr. „Er muss ja nicht 90 Minuten durchhalten“, sagt Wolf mit Blick auf die Alternativen. Matthias Zimmermann wurde zuletzt bei Arminia Bielefeld (3:2) und gegen Union Berlin (3:1) für den Wintereinkauf eingewechselt – und füllte die Position ebenfalls gut aus. Nach etwa einer Stunde ist es so weit, dass bei Ofori die Beine schwer werden und sein Spiel nicht mehr so leicht aussieht. Bis dahin nimmt er im defensiven Mittelfeld des Spitzenreiters aber eine immer wichtigere Rolle ein.

Mehr der geschickte Balldieb

Mit seiner Passsicherheit tut Ofori der Mannschaft gut, weil die Mitspieler den Ball bei ihm in guten Händen wissen. Mit seinem Stellungsspiel durchtrennt er oft die Passlinien des Gegners. Was nicht bedeutet, dass er Zweikämpfe scheut. Doch sein Spiel lebt nicht vom robusten Einsatz seines Körpers. Er misst nur 1,72 Meter und ist mehr der geschickte Balldieb. Dennoch: schon jetzt zeichnet sich ab, dass Ofori im Zentrum des Stuttgarter Spiels eine Größe werden könnte.

Zuletzt im Verbund mit Christian Gentner. Und der Kapitän wirkte an der Seite des Neuen wieder viel stärker. Ohne sich zwischen Raumaufteilung und Rollenverständnis aufreiben zu müssen. Hinter der Spitze hatte Gentner gespielt, ehe ihn Wolf wieder weiter nach hinten beorderte, wo der 31-Jährige die Richtlinienkompetenz auf dem Platz übernahm. Auf seine Art – ohne großen Gesten und laute Töne. Aber mit Wirkung. „Christian Gentner hat gegen Union im Zentrum komplett die Verantwortung übernommen“, sagt Wolf über seine Führungskraft. Was für den Trainer allerdings nicht bedeutet, dass er Veränderungen an der VfB-Elf vor der Partie am Samstag (13 Uhr) beim 1. FC Nürnberg grundsätzlich ausschließt: „Wir müssen offen bleiben für Entwicklungen.“

Mittelfelddreieck überzeugt spielerisch und läuferisch

Allerdings ist nicht davon auszugehen, dass Wolf die neue Mitte, aus der nun der frische Spielfluss entspringt, gleich wieder umbesetzt. Denn mit Alexandru Maxim vor Ofori und Gentner hat sich ein Mittelfelddreieck gebildet, dass sowohl spielerisch als auch läuferisch überzeugt hat. Weil der lange auf die Bank oder Tribüne verbannte Maxim plötzlich auch nach hinten rennt und grätscht, sich gleichzeitig in seinen Aktionen nach vorne aber keine Sorgen darüber machen muss, ob die Lücken hinter ihm geschlossen werden.

„Alexandru Maxim sieht jetzt fit aus – und schnell“, sagt Wolf über den Spielmacher mit dem leichten Hang zum Phlegma. Auf einmal liefert der Techniker aber nicht nur feine Pässe und Freistöße, sondern ebenso Tempowechsel. Doch wie im Fall Gentner gilt auch bei Maxim: Eine Garantie für die vom Rumänen so geliebte Zehnerposition gibt es bei Wolf nicht. „Die Zehn hat keine größere Bedeutung als die Rolle auf dem linken Flügel“, sagt der Trainer. Gleichwohl hat der 36-jährige Coach nun das Gefühl, „dass Alexandru Maxim jetzt unser ganzes Spiel tragen kann.“

Mit Ofori und Gentner im Rücken auf jeden Fall. Denn diese Personalrochade könnte im Schlussspurt des Aufstiegsrennens zu den vielen Kleinigkeiten gehören, die letztlich zum großen Ziel führen.

VfB Stuttgart - 2. Bundesliga

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