Beim Länderspiel gegen Russland waren fünf Spieler mit VfB-Vergangenheit in der Startelf. Foto: dpa

Auch ohne Sami Khedira und Mario Gomez – Ex-Stuttgarter prägen weiterhin das Gesicht der DFB-Elf.

Leipzig - Der Offensivwirbel beim 3:0 (3:0) gegen Russland war das Eine. Die deutsche Mannschaft agierte an diesem Abend in Leipzig aber auch defensiv wieder so, wie man das aus der Zeit vor dem WM-Debakel in Russland von ihr gewohnt war: Sicher, zuverlässig, bei eigenen Angriffen auf Absicherung bedacht. Woran auch ein Mann seinen Anteil hatte, an dessen Namen sich viele Fans der Nationalmannschaft erst noch gewöhnen müssen: Thilo Kehrer. Seit dieser Saison spielt der 22-Jährige bei Paris Saint- Germain, gegen Russland absolvierte der Abwehrspieler sein drittes Länderspiel. Dem sicher noch viele folgen werden.

Thilo Kehrer hat noch Luft nach oben

Hinten sicher und nach vorne mit viel Zug, einigen prima Zuspielen und viel Mut – so präsentierte sich der offensiv agierende Rechtsverteidiger Bundestrainer Joachim Löw. Dem allerdings auch nicht entgangen war, dass die Russen an diesem Abend nicht der 1-A-Gegner waren wie noch vor Kurzem Frankreich. Bei der 1:2-Niederlage in Paris stand Kehrer 90 Minuten auf dem Platz, am Ende bekam er von der Offensive des Weltmeisters seine Grenzen aufgezeigt.

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Aber Kehrer ist ja noch jung. Und wieder mal einer mit Stuttgarter Vergangenheit. Von 2009 bis 2012 kickte der gebürtige Tübinger in der Jugend des VfB. Ehe der FC Schalke 04 den Sohn einer burundischen Mutter und eines deutschen Vaters mit 16 Jahren abwarb und in diesem Sommer für 37 Millionen Euro zu Paris Saint-Germain transferierte. Was dem VfB immerhin 370 000 Euro an Ausbildungsentschädigung in die Vereinskasse spülte.

Der VfB prägt weiterhin das Gesicht der DFB-Elf

Apropos VfB: Der Club aus Cannstatt war in Leipzig mal wieder allgegenwärtig. Was nicht nur an Thilo Kehrer lag. In Timo Werner, Serge Gnabry, Antonio Rüdiger und Joshua Kimmich standen vier weitere Eigengewächse in der Startelf. In der zweiten Halbzeit kam noch Sebastian Rudy hinzu, auf der Bank saß Bernd Leno. Der runderneuerte VfB Deutschland sozusagen – Mario Gomez (Rücktritt) und Sami Khedira (nicht nominiert) sind ja bekanntlich nicht mehr dabei.

Da passte es gut ins Bild, dass die schwäbische Fraktion die Russen fast im Alleingang erlegte. Beim 1:0 lieferte Serge Gnabry die Vorlage, das 3:0 erzielte der gebürtige Stuttgarter selbst. Beim zweiten Treffer schlug Joshua Kimmich die Ecke, die Antonio Rüdiger auf den Torschützen Niklas Süle verlängerte. Und Kehrer? War kein Treffer vergönnt. Seinen Job des Toreverhinderers erfüllte er dafür zur Genüge.

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