Dirk Schuster startet einen Konter gegen Herbibert Bruchhagen. Foto: dpa

Vor den letzten beiden Saisonspielen müssen neben dem VfB auch noch andere Teams bangen – speziell Darmstadt, Bremen und Frankfurt.

Stuttgart - 180 Minuten sind in dieser Saison noch zu bestreiten, plus mindestens noch mal 180 Minuten in der Relegation. Dann steht fest, wer aus der Bundesliga absteigen muss. Gefährdet sind neben dem VfB Stuttgart noch sieben Clubs, aber Wolfsburg, Hamburg, Augsburg und Hoffenheim nur noch theoretisch. Dagegen spitzt sich die Lage in Darmstadt, Bremen und Frankfurt zu – was die dortigen Pressekonferenzen vor den Spielen an diesem Samstag zeigen.

b>Darmstadt hofft auf das zweite Wunder

14. Darmstadt 98 35 Punkte, 36:50 Tore 5. Mai, 13.30 Uhr, die Pressekonferenz vor dem Spiel bei Hertha BSC beginnt. Als Erstes sieht sich Dirk Schuster genötigt, eine Retourkutsche zu Heribert Bruchhagen abzugeben. Der Vorstandschef der Frankfurter Eintracht hatte einen Psychokrieg angezettelt und gestichelt. „Wer glaubt, ein Team auf der Bowlingbahn formen zu können, der liegt falsch“, sagte Bruchhagen. Ein Mannschaftsabend auf der Bowlingbahn war zuvor ausgerechnet die Idee von Schuster. Deshalb kontert der Trainer jetzt. „Er darf seine Meinung haben“, sagt er in Richtung Bruchhagen, „aber wir haben die Mannschaft auf der Bowlingbahn nicht auf das Spiel in Berlin vorbereitet. Das war nur eine Abwechslung zur täglichen Arbeit.“ Mit dieser Arbeit soll die Basis für das zweite Darmstädter Wunder nach dem Aufstieg gelegt werden – den Klassenverbleib. „Eigentlich können wir uns bis hierhin auf die Schulter klopfen, weil alle vor der Saison dachten, dass wir abgeschlagen auf dem letzten Platz stehen. Doch wir sind voll in der Verlosung drin“, sagt der Mittelfeldspieler Peter Niemeyer.

Bremen beschwört den Teamgeist

15. Werder Bremen 34 Punkte 49:65 Tore 5. Mai, 12 Uhr, die Pressekonferenz vor dem Spiel in Köln beginnt. Auf dem Podium sitzt neben dem Trainer Viktor Skripnik und dem Sportchef Thomas Eichin auch der Mittelfeldregisseur Zlatko Junuzovic, der die Maßnahme begrüßt, schon am Donnerstag nach Köln zu fahren, um dort ein Trainingslager zu beziehen. Schließlich hat sich die Mannschaft auch auf diese Weise auf die Partie am Montag gegen den VfB Stuttgart vorbereitet – und dann 6:2 gewonnen. „Es ist besser, wenn wir in diesen schwierigen Zeiten alle eng beieinander sind“, sagt Junuzovic. Mit „alle“ meint er auch den Mentalcoach Andreas Marlovits, den Werder vor dem Spiel gegen den VfB verpflichtet hat. Fußball müsse Spaß machen, sagt Junuzovic, „wenn du nur zweifelst und Angst hast, hast du schon verloren.“ Außer dem Trainingslager und den Gesprächen mit Marlovits sind keine besonderen Aktivitäten geplant. „Wir ändern nichts“, sagt Skripnik. Fußball könne man zwar nicht programmieren, „aber wir spielen in Köln kein Harakiri.“ Kontrollierte Offensive, lautet das Motto – ein Begriff, den der alte Bremer Meistertrainer Otto Rehhagel geprägt hat. Mit dieser Taktik bestreitet Werder das Saisonfinale. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass nach diesem Spieltag schon irgendetwas geklärt ist“, sagt Eichin.

Frankfurt strahlt Lockerheit aus

16. Frankfurt 33 Punkte 33:51 Tore 6. Mai, 13 Uhr, die Pressekonferenz vor dem Spiel gegen Dortmund beginnt. Heribert Bruchhagen ist nicht anwesend und kann so den Konter von Dirk Schuster nicht wieder kontern. Dafür wendet sich Niko Kovac mit diesen Worten an einen Reporter: „Ich sehe, Sie haben sich noch nicht rasiert – hat das etwas mit uns zu tun?“ Der Mann wollte zuvor wissen, ob sich Kovac aus Aberglauben etwas Besonderes für das Duell gegen die Borussia einfallen lässt. Die Replik zeigt, wie locker der Trainer ist – und wie rhetorisch geschliffen er mit der Situation umgeht. „Wir waren hier ja alle schon erledigt und hatten Untergangsstimmung, aber das hat sich innerhalb von zwei Wochen total gedreht“, erklärt Kovac, nachdem sein Team innerhalb besagter zwei Wochen gegen Mainz und Darmstadt jeweils mit 2:1 gewonnen hat. „Jetzt müssen wir noch eine Schippe drauflegen“, meint Kovac, der sich an keinen Rechenspielen beteiligen will: „Das hat keinen Sinn, denn da müssten wir einen Mathematiker organisieren, der uns sagt, was wäre, wenn.“ Fest steht dagegen, dass das Maskottchen Attila, ein Steinadler, entgegen ursprünglichen Meldungen bei möglichen Relegationsspielen ins Stadion dürfte. „Wo ist das Schriftstück? das würde ich sofort unterschreiben“, antwortet Kovac auf die Frage, ob er zufrieden wäre, wenn die Eintracht den Relegationsplatz erreicht.

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