Foto: Christof Elben

"Arbeit nervt", rappen fast 4000 Menschen am Montagabend zusammen mit Deichkind. Dabei sieht der archaische Tanz der Jungs auf der Bühne eigentlich schon wie Arbeit aus.

Stuttgart - An den nächsten Morgen denkt in der Schleyerhalle keiner. "Arbeit nervt", rappen fast 4000 Menschen am Montagabend zusammen mit Deichkind. Dabei sieht der archaische Tanz der Jungs auf der Bühne eigentlich schon wie Arbeit aus. Stoisch führen sie die immer gleichen Bewegungen aus. Sie tragen ihr Markenzeichen: Dreieckige Hüte, die in Neonfarben leuchten. Es ist, als würde die Band mit dem Ritual eines Urvolks und den Mitteln des Elektro-Raps einen kollektiven Wirklichkeitsverlust in der Halle herbeiführen wollen.

Laut Veranstalter sind fast 4000 Menschen gekommen. Wem der hämmernde Bass von "Ich betäube mich", "Bon Voyage" oder "Remmidemmi" nicht reicht, um sich des Gefühls für Raum und Zeit zu entledigen, kann Bilder gucken: Da "schwimmt" ein Schlauchboot über das Publikum, ein Vogel hebt ab, ein überdimensionales Küken springt über die Bühne, und Einzelne werfen undefinierbare Dinge hinauf.

Es ist die letzte Tour der Band. Deichkind planen eine Pause, nachdem im Februar ihr Produzent Sebi Hackert unerwartet 32-jährig gestorben war. An diesem Abend jedoch wird die Realität weggefeiert. "Früh aufstehen ist mehr was für dich", singt die Band. Mancher wird sich daran erinnern, wenn die bunten Vögel und Boote weitergezogen sind.

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