Share-Now ist ein Gemeinschaftsunternehmen von Daimler und BMW. Foto:  

In der Corona-Krise desinfizieren die Stuttgarter Anbieter von E-Rollern und Autos ihre Flotten häufiger als sonst. Dabei brauchen derzeit offenbar ohnehin weniger Menschen ein Sharing-Auto.

Stuttgart - Der Carsharing-Anbieter Share-Now reagierte vergangene Woche mit einer kurzen Mail auf den Ausbruch des Coronavirus. Darin heißt es, von nun an werde die gesamte Fahrzeugflotte in allen deutschen Städten, darunter auch Stuttgart, viermal öfter desinfiziert als bisher.

Share-Now ist ein Gemeinschaftsunternehmen von Daimler und BMW, in Stuttgart gehören hierzu die elektrischen Smarts und B-Klassen. In der Mail heißt es, Cockpit, Armaturenbrett, Lenkrad und Schalthebel würden vollständig abgewischt. Damit wolle man für ein sicheres Auto sorgen.

Öfter desinfizieren

Doch in der Corona-Pandemie sind die Menschen offenbar weniger auf Carsharing angewiesen. „Wir sehen aufgrund des Coronavirus und der damit verbundenen Einschränkung des öffentlichen Lebens europaweit eine sinkende Nachfrage nach unserem Service“, teilt eine Share-Now-Sprecherin mit. Das muss nicht daran liegen, dass die Autos von vielen Menschen gefahren werden. Vielmehr sind viele Arbeitnehmer und Pendler in der Region in diesen Tagen im Homeoffice.

Die Share-Now-Fahrzeuge werden laut der Sprecherin ohnehin regelmäßig gereinig und desinfiziert. Nun habe man das Reinigungspersonal zusätzlich für Corona sensibilisiert, es lege einen „besonderen Augenmerk auf die gründliche Desinfektion des Lenkrads und des Schalthebels“.

Dadurch versuche Share-Now, die Ansteckungsgefahr in den Autos „so gering wie möglich zu halten“. Zu einem vorübergehenden Stopp des Angebots äußert sich die Sprecherin nicht. Aber: „Wir sind darauf vorbereitet, weitere Maßnahmen umzusetzen, sollte dies notwendig werden.“

Mehr Hygienehauben

Die Stuttgarter Stadtwerke spüren noch keinen Rückgang der Nachfrage durch Corona. Die städtische Firma bietet die himmelblauen elektrischen Motorroller namens Stella an. „Wir lassen die Roller aktuell doppelt so oft desinfizieren wie sonst“, sagt eine Sprecherin der Stadtwerke.

Auch die Service-Kollegen trügen dabei Handschuhe, ebenso wie die Werkstattmitarbeiter. Man empfehle den Nutzern dennoch, Handschuhe zu tragen und die Flächen, die sie berühren, selbst mit Desinfektionsmittel noch einmal abzuwischen und auf eine gute Handhygiene zu achten. „Zudem verdoppeln wir den Nachschub an Hygienehauben für die Helme“, erklärt die Sprecherin.

Auch die Stadtwerke haben noch keine Pläne, das Angebot wegen des Virus vorübergehend einzustellen. „Denn im Vergleich zum öffentlichen Nahverkehr hat das Sharing den Vorteil, dass man dabei nicht auf andere Menschen trifft“, sagt die Sprecherin. Man sei im engen Austausch mit den Stuttgarter Behörden und behalte sich vor, den Betrieb vorübergehend auszusetzen.

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