Foto: dpa

Das Institut will durch die Fusion mit der Dresdner Bank wachsen.

Stuttgart - 7000 Mitarbeiter will die Commerzbank bundesweit abbauen, weil es durch die Fusion mit der Dresdner Bank in dem neuen Unternehmen plötzlich viele Mitarbeiter gibt, die das Gleiche tun. Wie viele davon entfallen auf die Region? Genau null, erklären die Regionalchefs des Instituts. Zwar sollen in den nächsten vier Jahren von 90 Filialen in Württemberg nur noch 64 übrig bleiben - doch das werde nicht mit einem Personalabbau einhergehen, erklärt Bernhard Wenk, bei dem Institut für Privat- und Geschäftskunden zuständig.

Vielmehr soll die einzelne Filiale künftig mehr Personal bekommen, um auch bei Urlaub oder Erkrankung einzelner Mitarbeiter das volle Programm anbieten zu können - und um ein stärker spezialisiertes Angebot vorzuhalten. "Wir fusionieren nicht nur, um zu sparen, sondern vor allem, um zu wachsen", erklärt Markus Hahn, Chef des Großkundencenters Südwest, das für die Betreuung von Konzernen verantwortlich ist.

Tatsächlich würden sogar zusätzliche Mitarbeiter benötigt, so Klaus-Uwe Mühlenbruch, der das Firmenkundengeschäft für die Region Stuttgart und für Württemberg verantwortet. Der Bedarf bestehe keineswegs nur im Vertrieb, der die Produkte des Hauses an den Kunden bringen soll. Gesucht würden vielmehr auch Kreditentscheider und Firmenkundenbetreuer sowie Spezialisten für das Auslandsgeschäft, die sich auch mit den Zins- und Devisenmärkten auskennen.

Welche Filiale bleibt und welche geschlossen wird, steht allerdings nach wie vor nicht fest. Einige Entscheidungen seien aber bereits gefallen, so Wenk: So gibt es keine Filialschließungen in der Stuttgarter Innenstadt. Sicher ist auch, dass in Stuttgart-Bad Cannstatt nur einer der beiden Standorte bleiben wird. "Es macht wenig Sinn, zwei Filialen, die 50 oder vielleicht 80 Meter voneinander entfernt sind, zu betreiben."

Wenk hat in den 90er Jahren schon einmal eine Fusion von innen erlebt - damals entstand aus der Hypobank und der Vereinsbank die Hypovereinsbank. Während die Vereinsbank als das bodenständigere Institut galt, das seine Mitarbeiter eher knapp hielt, drehte die Hypobank große Räder am Immobilienmarkt und hielt risikobereite Mitarbeiter mit fetten Bonuszahlungen bei der Stange. Commerzbank und Dresdner Bank passten aber viel besser zusammen, so Wenk, denn sie hätten die gleiche Ausrichtung. Thomas Vetter, für die Beratung vermögender Kunden in Baden-Württemberg zuständig, hat deshalb dafür gesorgt, dass die Teams aus "gelben" Ex-Mitarbeitern der Commerzbank und "grünen" Ex-Mitarbeitern der Dresdner Bank zusammengestellt werden. Damit die alten Strukturen in der neuen Bank nicht weiterleben.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: