Zahlreiche Freiwillig haben sich am Samstag auf dem Marienplatz versammelt. Foto: Lichtgut /Ferdinando Iannone

Auf dem Marienplatz in Stuttgart haben sich 60 Freiwillige am Samstag versammelt, um aufzuräumen. Der Cleanup Day soll Menschen für das Ausmaß der Verunreinigung sensibilisieren.

Stuttgart - Den Blick aufs Pflaster geheftet nähern sich zwei junge Frauen dem Treppenabgang zur Straßenbahnhaltestelle Marienplatz in Stuttgart. Beide sind mit Greifzangen ausgestattet, eine trägt ein orangefarbenes Eimerchen bei sich, in dem sich bereits eine ansehnliche Zahl von Zigarettenkippen und Kronkorken befindet.

Die beiden zählen zu den rund 60 Freiwilligen, die sich am Samstag eingefunden haben, um das Stuttgarter Cleanup Network bei seiner Aktion zum weltweiten Cleanup Day zu unterstützen. „Wir wollen die Leute für das Ausmaß der Verunreinigung sensibilisieren“, sagt Thomas Venugopal, der den Verein 2019 mitbegründet hat.

Am Infostand befindet sich ein Behälter, der die Menge gesammelter Raucherrückstände anzeigt. Schon nach einer Stunde ist die 6000er-Marke erreicht. 34.000 Kippen haben in der transparenten Säule Platz. „Egal wo man hingeht, es ist überall zu viel Müll auf der Straße“, findet Sonja. Dagegen will sie aktiv werden. Bedenken, die Putzaktion könnte zu noch achtloserem Verhalten der Verursacher führen, hat die 31-Jährige kaum. Sie hofft, dass der Einsatz zum Nachdenken anregt.

Tatsächlich wird sie von interessierten Passanten angesprochen. Aufklärung ist beim Cleanup Day nicht alles: Für einsichtige Nikotinkonsumenten hat Venugopal auch eine saubere Lösung für künftige Aufenthalte auf dem Platz parat: Taschenaschenbecher. Der verwendete Rohstoff: wiederverwertete Zigarettenfilter.

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