Schüler haben vor ein paar Wochen die Missstände in den Bussen dokumentiert. Foto: z/privat

Die klare Ansage war: Es muss sich sofort und spürbar etwas verbessern. Gemeint ist das Bus-Chaos der vergangenen Monate in Filderstadt. Das Krisengespräch war im Januar. Wie ist die Lage aktuell?

Filderstadt - Die Beschwerdewelle ist abgeebbt. Beim Gesamtelternbeirat Filderstadt, der eigens dafür eine Internetseite erstellt hatte, sind in jüngerer Zeit weniger Klagen eingegangen über die Busse im Stadtverkehr. Zur Erinnerung: Die Busse waren in und um Filderstadt in Verruf geraten, so sehr, dass sogar RTL eine Reportage dazu produzierte. Vor allem für Schulkinder stellte sich die Situation schwierig dar. Zum einen waren viele Busse verspätet oder kamen gar nicht. Zum anderen waren auch die Fahrzeuge offenbar in teils fragwürdigem Zustand, und die Fahrer sind den Beschwerdeführern ortsunkundig vorgekommen.

Dann im Januar das Krisengespräch. Bei einem Runden Tisch haben sich alle Beteiligten – heißt Eltern, Schulen, Jugendliche, Landratsamt, Stadt Filderstadt, Stadt Aichtal und die Busunternehmen Friedrich-Müller-Omnibus und Melchinger – auf eine spürbare Verbesserung verständigt. Und zwar mehr oder weniger ab sofort, spätestens aber seit Anfang Februar. Wie ist also die Lage?

Er will noch nicht entwarnen

„Wir erkennen ein positives Signal, dass die Busunternehmen an der Zuverlässigkeit arbeiten“, teilt der Gesamtelternbeirat Filderstadt mit. Das bestätigt Ulrich Fauth, stellvertretender Vorsitzender, auf Nachfrage unserer Zeitung. „Es ist ruhiger geworden“, sagt er. „Wobei ich hier noch keine Entwarnung geben möchte.“ Dazu sei der bisherige Zeitraum schlichtweg zu kurz.

Auch die Stadtverwaltung von Filderstadt, die zuletzt mit Nachdruck eine Verbesserung für die Busfahrgäste eingefordert hatte, zeigt sich verhalten zufrieden. Die Beschwerden seien nach unten gegangen, sagt der Ordnungsamtsleiter Jan-Stefan Blessing. „Das Versprochene ist bisher eingetreten.“ Das liege vor allem daran, dass ein weiterer Subunternehmer im Einsatz sei. Kleinere Mankos gebe es noch, so verfügten drei Busse nach wie vor nicht über elektronische, sondern papierene Anzeigen. Die Technik sei gerade nicht verfügbar, sagt Blessing. Doch im Großen und Ganzen habe sich die Lage deutlich entspannt. „Es wird auch hoffentlich so weitergehen.“

Die chronischen Verspätungen in den Blick nehmen

Blessing weist zudem darauf hin, dass es Verspätungen gebe, die nicht in der Verantwortung der Busunternehmen liegen. Bei Stau könnten die Fahrer auch nur warten. Derlei chronische Verspätungen – vor allem zu Stoßzeiten – werde man sich zeitnah genauer anschauen, sagt Jan-Stefan Blessing. Hier seien Gespräche geplant mit dem Landkreis Esslingen und dem Verkehrsverbund Stuttgart. Es soll überlegt werden, wie diesem Missstand begegnet werden könnte. Eine Idee sei, dass man Busse teils zeitlich leicht verlegt oder Linien kürzt. Das habe aber mit dem Verspätungschaos der vergangenen Monate nichts zu tun, sondern sei der alltägliche Wahnsinn.

Der Termin für einen zweiten Runden Tisch steht übrigens inzwischen: Er soll am 5. Mai sein, teilt der Oberbürgermeister Christoph Traub mit. Die Hoffnung aller ist, dass es das letzte Zusammentreffen in diesem Zusammenhang ist.

  
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