Die Angriffe auf Ost-Ghuta dauern an. Foto: Ghouta Media Center/AP

Die Angriffe auf das Gebiet östlich von Damaskus dauern unvermindert an. Hoffnungen auf eine einmonatige Waffenruhe wurden im UN-Sicherheitsrat zerschlagen: Russland war nicht einverstanden.

Beirut - Syrische Kampfflugzeuge haben mit russischer Unterstützung ihr Dauerbombardement des von Rebellen kontrollierten Gebiets östlich von Damaskus den sechsten Tag in Folge fortgesetzt. Dabei wurden nach Angaben von Oppositionsaktivisten und Beobachtern am Freitag fünf Menschen getötet. Die Zahl der Todesopfer stieg damit seit Sonntag auf mehr als 400.

Eine Sondersitzung des Weltsicherheitsrats endete am Donnerstag ergebnislos. Russland lehnte den Entwurf einer UN-Resolution für eine 30-tägige Waffenruhe in Syrien ab und legte einen eigenen Resolutionsentwurf vor, der von anderen Diplomaten als inakzeptabel bezeichnet wurde. Der von Kuwait und Schweden vorgelegte erste Entwurf hatte zum Ziel, humanitäre Hilfslieferungen zu ermöglichen. Eine weitere Abstimmung im Sicherheitsrat am Freitag galt als möglich.

Die oppositionellen Rettungskräfte der Syrischen Zivilverteidigung, auch Weißhelme genannt, berichteten am Freitag über neue Luftangriffe in Duma, Arbin und anderen Orten in Ost-Ghuta bei Damaskus. Die in Großbritannien ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte erklärte, mindestens fünf Menschen seien bei Angriffen auf Hammurijeh, Samalka, Duma und Al-Mardsch getötet worden.

Türkei greift kurdische Enklave an

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch warf der Türkei unterdessen vor, bei ihrer Offensive in Nordsyrien keine Rücksicht auf die Zivilbevölkerung zu nehmen. In einer am Freitag von der New Yorker Organisation veröffentlichten Erklärung hieß es, bei drei Angriffen in der kurdischen Enklave Afrin Ende Januar seien 26 Zivilisten getötet worden, darunter 17 Kinder.

Die Türkei hat ihre Offensive in der Region Afrin am 20. Januar begonnen. Als Ziel gab sie an, die kurdische YPG-Miliz aus dem Gebiet vertreiben zu wollen, die sie als Ableger der in der Türkei verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK betrachtet. Nach diversen Schätzungen wurden seitdem in Afrin bisher an die 120 Zivilisten getötet. Die Türkei sagt, sie greife keine Zivilisten an.

Die YPG beschuldigte die Türkei am Freitag, einen Konvoi mit Zivilisten bei der Einfahrt nach Afrin bombardiert zu haben. Dabei habe es viele Opfer gegeben, die in Krankenhäuser in Afrin gebracht worden seien.

Das syrische Staatsfernsehen berichtete am Donnerstagabend, türkische Truppen hätten einen Hilfskonvoi für die kurdische Enklave Afrin angegriffen. Dabei habe es Opfer gegeben.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: