Ein ordentlich eingekaufter Weihnachtsbaum muss auch ordentlich entsorgt werden. Foto: dpa

Der Einkauf des Christbaums mag wohl bedacht sein, die Aufstellung ebenso – und erst recht die Entsorgung. Auch wenn bis dahin noch ein wenig Zeit ist.

Strohgäu - Man kann in den Wald gehen, ihn mit der Hand am Arm umsägen und nach Hause tragen. Einfacher ist es, einen Weihnachtsbaum zu kaufen. Das mögen wohl die meisten der 25 Millionen Weihnachtsbaumbesitzer in Deutschland getan haben. Ganz hipp ist, wer den Einkauf nicht selbsttragend, sondern per Internet und Bote erledigte.

22 000 Bäume stehen, grob gerechnet, in den Wohnzimmern der vier Strohgäukommunen Ditzingen, Gerlingen, Korntal-Münchingen und Hemmingen. Die Grundlage dieser Hochrechnung: Es wird vorausgesetzt, dass der bundesdeutsche Durchschnitt auch im Strohgäu gilt. Glaubt man Statistiken, freuen sich gut 82 Millionen Bundesbürger an 25 Millionen Weihnachtsbäumen. Im Strohgäu leben rund 73 000 Menschen – nach dem Dreisatz ist die Zahl der Bäume ermittelt. Acht Riesentannen glänzen dazuhin vor den Rathäusern und an anderen öffentlichen Plätzen. Ob das Motto „wer den größten hat, ist der Größte“, auch in diesem Fall gilt?

Der Christbaum zwischen Buchdeckeln

Ob Douglasie, Nordmanntanne, Rot- oder Blaufichte – eines haben alle Weihnachtsbäume gemeinsam: Irgendwann beginnen sie zu nadeln, und seien sie noch so frisch in die wundervoll geschmückte Wohnstube eingerückt.

Prachtvolle Zimmer zur Weihnachtszeit kennt auch die Literatur – nicht erst, seit Thomas Mann seiner Lübecker Kaufmannsfamilie Buddenbrook ein Kapitel zu Weihnachten gewidmet hat. Von „Flämmchen der Kerzen“, einem gewaltigen Tannenbaum „geschmückt mit Silberflitter“ und einem Engel an der Spitze ist da die Rede. Das ist übrigens nicht die einzige Quelle in der Hochliteratur, in welcher der Weihnachtsbaum eine Rolle spielt. Auch Goethe und sein junger Werther sind dabei.

Über die Baumentsorgung in Norddeutschland am Ende des 19. Jahrhunders ist wenig bekannt. Das wird im Strohgäu des Jahres 2018 schon konkreter: Häckselplätze stehen offen, und Jugendliche bieten in etlichen Kommunen ihre Weihnachtsbaum-Abholdienste an – wenn auch nicht an einem einheitlichen Datum.

Anmeldung erforderlich

In Ditzingen ist die Jugendfeuerwehr am 6. Januar Zugange. Wer in den vier Stadtteilen seinen Baum abgeben will, muss sich per E-Mail (jugendfeuerwehr-ditzingen@web.de) oder Telefon (Nummer 0 71 56/3 37 60, am 5. Januar von 18 bis 20 Uhr) melden. In Gerlingen holt auch die Jugendfeuerwehr die Bäume ab, am 13. Januar von 8 Uhr an. Auf der Homepage www.jf-gerlingen.de oder per Telefon 0 71 56/205 666 muss man sich am 10. oder 11. Januar von 18 bis 20 Uhr anmelden. Für Selbstentsorger steht in Gerlingen der Häckselplatz zur Verfügung, die Ditzinger richten vom 29. Dezember an Sammelstellen ein. In Münchingen ist das Evangelische Jugendwerk in Sachen Baum am 13. Januar von 8 Uhr an unterwegs; in Hemmingen sind es die Fußballer der GSV. Bei ihnen ist die Entlohnung am einfachsten: Der Baumbesitzer drückt den Abholern eine Spende in die Hand.

Mit einer Art Baum erspart man sich die Sorge der Entsorgung: Dieser wird abgeschmückt, in die Schachtel gepackt und bis zum nächsten Jahr in den Keller geräumt. Plastik kann auch nachhaltig sein.

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