Borna Sosa spielt derzeit beim VfB Stuttgart so gut wie keine Rolle mehr. Foto: Baumann

Borna Sosa ist derzeit mit der U21-Auswahl Kroatiens unterwegs. Gegenüber der größten Sportzeitung des Landes hat sich der Abwehrspieler nun geäußert – und übt teils drastische Kritik am Trainerteam und den Verantwortlichen beim VfB Stuttgart.

Stuttgart - Die Rückrunde des Borna Sosa verlief bis dato äußerst enttäuschend. Nach einem unglücklichen Auftritt im Auftaktspiel nach der Winterpause gegen den 1. FSV Mainz 05 samt falscher Schuhwahl spielte der 21-jährige Kroate nach seiner Auswechslung in der 46. Minute in den darauf folgenden Partien des VfB Stuttgart unter Trainer Markus Weinzierl so gut wie keine Rolle – zuletzt schaffte er es nicht mal mehr in den 18-Mann-Kader.

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Dieser Tage erlebt der U21-Nationalspieler Kroatiens eine „Erweckung“, wie er in einem am vergangenen Freitag erschienenen Interview mit den „Sportske Novosti“, der größten Sportzeitung des Landes, preisgibt. „Die Ankunft beim Junioren-Team hat mich wirklich wiederbelebt“, sagt Sosa, der an diesem Montagabend mit der kroatischen U21-Auswahl zum Testspiel in Italien antritt. Im weiteren Verlauf des Gesprächs im Hotel „Garden Hill“ bei Zagreb nimmt Sosa kein Blatt vor den Mund – und übt teils drastische Kritik an Trainerteam und Verantwortlichen beim VfB Stuttgart.

Verwirrung um Sosas Verletzung

„Was mit mir in Stuttgart geschieht? Etwas Unbegreifliches. Wir stehen derzeit schlecht in der Tabelle, und wir jungen Spieler erhalten immer weniger Chancen. In manchen Begegnungen stehen wir nicht einmal im Kader.“ Der im Sommer von Dinamo Zagreb verpflichtete Linksverteidiger zeichnet die Entwicklung aus seiner Sicht nach: „Als ich hier ankam, habe ich zunächst regelmäßig gespielt. Aber seit dem Trainerwechsel kam ich praktisch nicht mehr zum Einsatz – und das, obwohl ich kerngesund und topfit bin.“

Im Interview mit den „Sportske Novosti“ nimmt Borna Sosa Bezug auf die Verletzung, die er sich im Herbst letzten Jahres bei einer Länderspielreise zugezogen hat. „Es wurde berichtet, dass ich ein Problem mit einer Verletzung hätte, dies wurde selbst im Rahmen einer Pressekonferenz in Stuttgart erwähnt. Doch das ganze Jahr 2019 bin ich absolut gesund, ich habe keine Verletzungen, keine Probleme. Deshalb ist mir nicht klar, warum ich auf die Tribüne versetzt wurde. Es ist für mich unbegreiflich.“

Tatsächlich wurde auf der Pressekonferenz vor dem Hannover-Spiel (5:1 für den VfB) von Trainer Markus Weinzierl erwähnt, dass Sosa „leichte Adduktorenprobleme“ habe. Allerdings wurde nicht gesagt, dass der Kroate, der in besagter Trainingswoche nach Auskunft des VfB bei zwei Trainingseinheiten ausgesetzt hatte, mit Blick auf die Hannover-Partie nicht spielfähig sei.

Was geschieht mit den Talenten?

Auch der Umgang mit anderen VfB-Neuzugängen irritiert den kroatischen Nachwuchsspieler nach eigenem Empfinden. „Es ist komisch, definitiv. Stuttgart holte einen Rechtsverteidiger von Manchester City, Pablo Maffeo, und mich von Dinamo Zagreb. Weder er noch ich kommen zum Zug. Sie haben für uns viel bezahlt. Wenn Stuttgart um die Champions League kämpfen und gut spielen würde, wäre das okay. Aber wir sind Tabellen-16. und es ändert sich nichts.“

Dennoch wolle sich Borna Sosa nach eigener Aussage nicht hängen lassen und sich dem Trainerteam weiter anbieten. „Natürlich kann ich mit der derzeitigen Situation nicht zufrieden sein, sonst hätte ich keinen Ehrgeiz. Gut, ich bin jung und habe noch Zeit, um mich weiterzuentwickeln. Aber derzeit scheint es so, als habe ich keinen Einfluss darauf, ob ich spiele oder nicht. Aus meiner Perspektive gebe ich alles, biete mich im Training immer an. Der Trainer hat keinerlei Einwände – da heißt es immer ‚Bravo Borna, super Borna, ausgezeichnet’. Aber wenn es zum Spiel kommt, ist Borna nicht da.“

Zu den Aussagen Sosas will der VfB Stuttgart aktuell nicht Stellung beziehen. Vielmehr wollen die sportlich Verantwortlichen des Clubs um den Sportvorstand Thomas Hitzlsperger und den Trainer Weinzierl erst die Rückkehr des jungen Kroaten abwarten, um danach mit ihm das persönliche Gespräch zu suchen.

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