Am Dienstagabend ruderte Boris Palmer zurück (Symbolbild). Foto: imago images/Eibner/Eibner-Pressefoto/Thomas Dinges via www.imago-images.de

„Wir retten in Deutschland möglicherweise Menschen, die in einem halben Jahr sowieso tot wären“ – mit dieser Aussage sorgt Boris Palmer am Dienstag für Empörung. Der Grünen-Kreisverband Tübingen distanziert sich.

Tübingen - Der Grünen-Kreisverband Tübingen hat sich von Äußerungen des Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer über den Schutz älterer Menschen in der Corona-Krise distanziert. „Wir fordern Boris Palmer dringend auf, seine Haltung zu überdenken“, erklärte der Kreisvorstand der Partei am Dienstagabend. Die Würde des Menschen sei unantastbar. Dies gelte für Menschen jeden Alters.

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Im Sat.1-Frühstücksfernsehen hatte der Grünen-Politiker Palmer am Dienstag eine Lockerung der Corona-Auflagen gefordert und dabei erklärt: „Ich sag es Ihnen mal ganz brutal: Wir retten in Deutschland möglicherweise Menschen, die in einem halben Jahr sowieso tot wären.“ Es müsse unterschiedliche Sicherheitsvorkehrungen für Junge und Ältere geben.

Die Äußerungen lösten eine Welle der Empörung aus. Am Abend relativierte Palmer seine Wortwahl. „Niemals würde ich älteren oder kranken Menschen das Recht zu leben absprechen“, sagte er der dpa. Falls er sich „da missverständlich oder forsch ausgedrückt“ habe, tue es ihm leid.

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