Bei den Sindelfinger Martinsfinken hat Wolff das Singen entdeckt. Foto: factum/

Alexander Wolff ist der gefeierte Star der Auftaktveranstaltungen der Biennale. Auch bei der Castingshow „Voice of Germany“ war er schon dabei.

Sindelfingen - Bis vor wenigen Jahren war die Sindelfinger Kulturszene überschaubar. Es gab einige Theatermacher und Musiker, die mit fast ausschließlich ehrenamtlichem Engagement immer wieder sensationelle Produktionen boten. Doch die Akteure werden älter, und vor wenigen Jahren machte sich die Sorge breit, dass es vieles, was heute selbstverständlich zum Kulturleben gehört, bald nicht mehr geben könnte. Dann kam das Stadtjubiläum 2013 – und stieß eine Art Erweckungsbewegung in der Stadt an. Viele neue, vor allem junge Talente machten mit, frische Gesichter beleben seither die bunter und jünger werdende Szene. Und mit jeder Biennale werden neue Talente entdeckt.

Eine Entdeckung der Biennale 2019 ist der Sänger Alexander Wolff. Bei der Eröffnung des Kulturfestivals in der vergangenen Woche im Mercedes-Benz-Werk lag ihm das Publikum zu Füßen. Als der schmale 21-Jährige den Elvis-Song „In the Ghetto“ anstimmte, glaubte man, den Star persönlich zu hören. Ein so junger zierlicher Mann mit einer solch tiefen Stimme verzückte die Zuschauer.

Mozart schon in der Wiege gehört

Musik bestimmt das Leben des jungen Manns aus Grafenau, der vor zwei Jahren das Abitur an der Böblinger Waldorfschule ablegte. Seine Mutter hat ihm die Liebe zur Musik in die Wiege gelegt. „Sie hat mir schon als Kleinkind zum Einschlafen Mozart vorgespielt“, sagt Wolff, und er strahlt - wie immer, wenn er von „meiner Mama“ spricht. Eng ist die Verbindung zur alleinerziehenden Mutter. Sie erkannte früh sein Talent und förderte ihn. Mit fünf sang der Junge bei den Sindelfinger Martinsfinken, wechselte bald nach Calw zu den Aurelius Sängerknaben. „Meine Mama hat mich zu jeder Probe nach Calw gefahren“. Später chauffierte sie ihn zum Gesangsunterricht nach Stuttgart-Möhringen.

Sein Vorbild: Michael Bublé

Schon früh stand Wolff auf der Bühne, wirkte auch bei Opernaufführungen in Stuttgart und Frankfurt mit. Der große Durchbruch kam vor drei Jahren mit seiner Teilnahme bei „The Voice of Germany“. Zwar schaffte er es nicht bis ins Finale. Doch er wurde durch die Show bekannt. „Die Leute haben mich auf der Straße angesprochen.“ Seither kann er von Singen zwar nicht leben, aber es beschert ihm bei Auftritten auf Firmenfeiern und Hochzeiten einen schönen Nebenverdienst. Fest verankert ist er als Sänger in der Sindelfinger MSV Big Band. Zudem hat er eine eigene Band.

Nebenbei jobbt er und absolviert ein Fernstudium in Wirtschaftspsychologie. Sein Leben erfordere viel Selbstdisziplin, sagt der 21-Jährige. „Doch die hab ich.“ Sein großer Wunsch: eine Karriere wie sein großes Vorbild Michael Bublé. Berühmt werden würde er gerne. In Sindelfingen ist er jetzt schon ein Star.

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